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Stolz auf Marko

Dorfgeheimnis gelüftet: Hier liegen Arnautovics serbische Wurzeln

Dorfgeheimnis gelüftet: Hier liegen Arnautovics serbische Wurzeln
FOTO: iStock, EPA/Daniel Dal Zennaro
4 Min. Lesezeit |

Marko Arnautovic, der österreichische Nationalspieler, der in diesem Sommer für den größten Transfer der Region zum serbischen Meister Roter Stern Belgrad wechselte, hat seine Wurzeln in Badovinci. Die kleine Ortschaft liegt 130 Kilometer von Belgrad entfernt, gehört zur Gemeinde Bogatic und zählt nach der letzten Volkszählung etwas mehr als 4.000 Einwohner. Das serbische Medium Informer hat eine Exklusivgeschichte über Marko Arnautović veröffentlicht.

Der 35-jährige Stürmer unterschrieb im Juli einen Zweijahresvertrag bei Roter Stern und erhält laut Klubangaben ein Nettogehalt von 2,5 Millionen Euro pro Saison, womit er zum bestbezahlten Spieler der Vereinsgeschichte wurde. Sein Debüt gab er am 29. Juli im Rückspiel der Champions-League-Qualifikation gegen Lincoln Red Imps, nachdem er ablösefrei von Inter Mailand gewechselt war.

Bei einem Besuch in dem Dorf an der Grenze Serbiens zur Republika Srpska (eine der beiden Entitäten von Bosnien und Herzegowina) wurde schnell klar: Die Familie Arnautovic genießt hier höchstes Ansehen. „Natürlich sind wir stolz auf die Arnautovics. Sie sind eine anständige Familie, die ihre Herkunft nie vergessen hat. Jeder hier wird Ihnen bestätigen, dass es sich um gute Menschen handelt“, erzählt Nachbar Rade, der ein Lokal in der Nähe betreibt und Markos Vater Tomislav seit Kindheitstagen kennt.

„Man kann sagen, dass sie zwischen Österreich und hier pendeln. In Badovinci lebt nur noch Großmutter Kosa. Mit ihr begann eigentlich das österreichische Kapitel der Familie. Sie war die erste, die mit ihrem Mann ins Ausland ging, um zu arbeiten und Geld zu verdienen. Hier gab es kaum Verdienstmöglichkeiten, und sie lebten in einem kleinen Haus, das für die Familie viel zu eng war. Die anderen kommen nur noch gelegentlich zu Besuch.“

⇢ Arnautovic fehlt wegen „kleinem Problem“ – Roter Stern jubelt trotzdem

Familiäre Verbindungen

In Österreich lernte Sohn Toma bald die Österreicherin Gabi kennen – der Beginn einer besonderen Geschichte. „Marko haben wir zuletzt im vergangenen Jahr gesehen, als er kurz mit seiner Frau und den Kindern hier war. Er kommt, um seine Wurzeln zu spüren, bleibt aber meist nur kurz. Manchmal ist er buchstäblich morgens da und reist abends schon wieder ab. Sein Vater Toma fragt immer ‚Wie geht’s, Nachbar?‘, geht zur Bäckerei, macht einen Spaziergang und trinkt einen Kaffee.“

„Und Markos Mutter Gabi ist eine außergewöhnlich feine Person, einfach von Natur aus. Nicht wie manche von hier, die ins Ausland gehen, zurückkommen und plötzlich niemanden mehr kennen wollen. Ehrlich gesagt, die Arnautovics sind anders. Man sollte immer bei der Wahrheit bleiben.“

In Rades Gesellschaft befand sich auch sein Freund Selimir, der ebenfalls nur Gutes über die Familie zu berichten weiß. „Wir sehen sie, wenn sie zu Besuch kommen, hauptsächlich Toma und Gabi. Marko kommt gelegentlich, während sein Bruder Danijel seltener hier ist. Er arbeitet als Markos Agent und offizieller Manager, führte auch die Verhandlungen rund um den Wechsel zu Roter Stern Belgrad und hat ein Geschäft in Österreich aufgebaut und kann vermutlich aufgrund seiner beruflichen Verpflichtungen nicht öfter kommen. Aber wann immer sie hier sind, zeigen sie sich stets freundlich – Nachbarn, wie man sie sich nur wünschen kann.“

Dorfgeschichte Badovinci

Badovinci ist auch für die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit bekannt, die bereits 1833 erbaut wurde und in der sich kaiserliche Türen aus dem Jahr 1741 befinden. Im Ortszentrum steht zudem ein Denkmal für Zivan Arnautovic, einen Partisanenhelden, der vermutlich mit der Familie des ehemaligen Profis von Werder Bremen, West Ham United, Bologna und Inter Mailand verwandt ist.

Das Dorf verfügt auch über einen eigenen Fußballverein namens Drina, der in der vergangenen Saison souverän die Gemeindeliga von Bogatic gewann.

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KO KOSMO-Redaktion
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