Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Technologiesprung

Europa schaut zu, China überholt alle: In 5 Minuten für 400 Kilometer laden

Europa schaut zu, China überholt alle: In 5 Minuten für 400 Kilometer laden
E-Mobilität: Zukunft des Verkehrs oder ein weiterer Umweltverschmutzer? (FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Während Europa noch zögert, revolutioniert China das Elektroauto: Neue Batterietechnologien laden in Minuten für Hunderte Kilometer – und verändern den globalen Wettbewerb.

Chinas E-Mobilität setzt neue Maßstäbe mit Hochleistungs-Akkutechnologie. Die Förderung elektrischer Fahrzeuge folgt in China einem klaren politischen Kurs. Über zehn Jahre lang flossen staatliche Subventionen in den Kauf von Elektroautos. Obwohl direkte Kaufanreize mittlerweile ausgelaufen sind, profitieren Käufer weiterhin von steuerlichen Vorteilen. Elektrofahrzeuge bleiben bis Ende 2025 von der zehnprozentigen Erwerbssteuer befreit.

Zusätzlich hat die chinesische Regierung die Abwrackprämie für den Umstieg auf Elektroautos bis Ende 2025 verlängert. Käufer erhalten beim Verschrotten eines alten Fahrzeugs weiterhin bis zu 20.000 Yuan (rund 2.650 Euro). Diese Maßnahme soll die Nachfrage nach E-Autos im laufenden Jahr deutlich steigern und ergänzt die bereits ausgelaufenen direkten Kaufprämien.

Zahlreiche chinesische Metropolen erleichtern zudem die Zulassung durch privilegierte Kennzeichenvergabe. Parallel dazu verpflichtet eine Regierungsquote für Fahrzeuge mit neuen Energieformen (NEV) die Automobilhersteller, einen stetig wachsenden Anteil an Elektro- und Hybridfahrzeugen zu fertigen. Laut Cui Dongshu vom chinesischen Autoindustrieverband spielt auch die Kostenstruktur eine entscheidende Rolle: „Strom ist in China sehr billig, während Öl teurer ist.“

Revolutionäre Ladetechnik

Bei den aktuellen Entwicklungen zeichnet sich ein intensivierter Technologiewettbewerb im Batteriesektor ab. Der Fahrzeughersteller BYD präsentierte kürzlich ein innovatives Schnellladesystem für Elektrofahrzeuge, das innerhalb weniger Minuten ausreichend Energie für mehrere hundert Kilometer Fahrstrecke bereitstellt – kombiniert mit fortschrittlicher Batteriechemie.

Die als „Super e-Platform“ bezeichnete Technologie erreicht eine maximale Leistung von 1.000 Kilowatt und ermöglicht es, einen Elektroauto-Akku binnen fünf Minuten für eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern nach CLTC-Standard aufzuladen. Firmengründer Wang Chuanfu erklärte dazu: „Unser Ziel ist es, dass die Ladezeit von Elektrofahrzeugen genauso kurz ist wie die von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.“ Mit diesem Ladesystem soll die verbreitete Sorge vor unzureichender Reichweite der Vergangenheit angehören.

Die Präsentation der Super e-Plattform erfolgte gemeinsam mit zwei Premierenmodellen, die als erste mit dieser Technologie ausgestattet werden: die Limousine Han L und der SUV Tang L. Gleichzeitig kündigte der Konzern den Aufbau von mehr als 1.000 Ultraschnellladestationen in China an.

Die neuen Ladeleistungen jenseits der 1000-Kilowatt-Marke könnten auch im Nutzfahrzeugsektor den entscheidenden Durchbruch bringen. In Europa wäre dafür allerdings ein kompletter Neuaufbau der Infrastruktur erforderlich – wofür die finanziellen Mittel fehlen, wie bereits in der Vergangenheit.

Für die Einführung dieser Technologie in Europa heißt es daher: Geduld ist gefragt.

Nanotechnologie-Batterien

Der Batteriehersteller CATL, der mittlerweile jede dritte E-Auto-Batterie weltweit produziert, hat seinerseits eine neuartige Lithium-Eisenphosphat-Batterie vorgestellt. Diese basiert auf einem innovativen Hightech-Ansatz mit Nanotechnologie, bei dem laut CATL jedes Nanoteilchen in der Kathode präzise positioniert ist.

Im April 2025 präsentierte CATL die zweite Generation der Shenxing-Batterie, die mit einer Ladeleistung von über 1.300 Kilowatt sogar BYDs System übertrifft. Diese Akkus sollen eine Reichweite von 520 Kilometern nach nur fünf Minuten Ladezeit ermöglichen. Die Akkus sollen für die Massenproduktion geeignet sein, eine hohe Energiedichte aufweisen und noch 2025 in Serienfahrzeugen eingesetzt werden.

Bemerkenswert ist die Zusammenarbeit zwischen Europas größtem Automobilhersteller Volkswagen und CATL bei der Entwicklung von Batteriezellen für Elektrofahrzeuge in China. Die Kooperation erstreckt sich über die reine Entwicklung und Produktion hinaus und umfasst auch Bereiche wie Batterierecycling, Batteriewechselsysteme und die Transparenz in der Rohstoff-Lieferkette.

⇢ Kampfansage an NEOS: Gewessler will Konzerne statt Pensionisten bluten sehen

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen