Während des Eurovision Song Contests könnten Wiens Geschäfte ausnahmsweise sonntags öffnen. Vizebürgermeisterin Emmerling sieht darin wirtschaftliche Chancen für die Stadt.
Die Wiener Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (NEOS) hat sich für eine temporäre Öffnung der Geschäfte an Sonn- und Feiertagen während des Eurovision Song Contests im kommenden Jahr ausgesprochen. In der ORF-Sendung „Wien heute“ betonte sie die wirtschaftlichen Vorteile dieser Maßnahme. „Man muss sich vorstellen, dieser Song Contest findet an einem langen Wochenende statt, mit einem Feiertag – vier Tage, wovon zwei Tage der Handel geschlossen hätte“, argumentierte Emmerling für die von der Wirtschaftskammer initiierte Idee. Nach ihrer Ansicht sollten die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit haben, in Wien einzukaufen und Geld auszugeben, um die Wertschöpfungskette nicht zu unterbrechen.
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Das Großereignis findet vom 12. bis 16. Mai 2026 in der Wiener Stadthalle statt. Wien wurde am 20. August 2025 offiziell als Austragungsort bestätigt und erwartet zehntausende internationale Gäste, was die Stadt als wirtschaftlichen Hotspot für diese Tage positioniert. Die Stadthalle bietet als größte Indoor-Arena Österreichs Platz für bis zu 16.000 Besucher pro Show und ist durch ihre zentrale Lage sowie die Anbindung an U-Bahn und Flughafen optimal für Großveranstaltungen geeignet.
Die NEOS-Politikerin denkt bei der Sonntagsöffnung bereits über die Großveranstaltung hinaus. Im Rahmen des rot-pinken „Aufschwungsplans“ wurde bereits die Prüfung von Lockerungen bei den Handelsöffnungszeiten vereinbart. Ein mit der SPÖ ausgehandelter Kompromiss sieht vor, dass Geschäftseigentümer künftig selbständig am Sonntag in ihren Läden stehen dürfen. Diese Regelung soll noch mit den Sozialpartnern abgestimmt werden.
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Lehrersuche erfolgreich
Zum bevorstehenden Schulstart in Wien äußerte sich die Bildungsstadträtin im Interview zuversichtlich. Für die 240 offenen Lehrerstellen hätten sich 700 Personen beworben. „700 Bewerber, das ist eine Größe, die wir uns letztes Jahr noch hätten erträumen können“, sagte Emmerling, räumte jedoch ein, dass darunter auch Quereinsteiger seien. Viele Bewerber seien Studierende mit abgeschlossenem Lehramtsstudium oder solche, die bereits den Bachelor erworben haben oder sich im Masterstudium befinden. Als langfristiges Ziel nannte sie die Verbesserung des Lehrerimages und die Steigerung der Berufsattraktivität durch zusätzliches Unterstützungspersonal an den Schulen.
Verpflichtende Sommerschule
Ein weiteres Thema, das die Bildungsstadträtin im kommenden Jahr beschäftigen wird, ist die verpflichtende Sommerschule für Kinder mit Deutschdefiziten. „Freiwilligkeit alleine reicht nicht, wir erreichen nicht alle und deswegen kann ich diesen Schritt auch nur begrüßen“, kommentierte Emmerling die Pläne des Bundes. Sie rechnet mit Konsequenzen für Schüler, die dem Pflichtunterricht in den Sommermonaten fernbleiben, wobei die genauen Maßnahmen noch von der Bundesregierung ausgearbeitet werden müssen.
Die Rekrutierung von Lehrkräften für den zweiwöchigen Sommerunterricht sieht sie unproblematisch: „Ich bin mir sicher, dass sich viele finden werden, die das auch freiwillig gerne machen. Es geht ja auch um eine zusätzliche Bezahlung in den Sommerferien.“