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Digitalisierung

ORF-Millionen für digitale Revolution – Sparzwang bleibt

ORF-Millionen für digitale Revolution – Sparzwang bleibt
FOTO: wikimedia/Thomas Ledl
3 Min. Lesezeit |

Trotz Finanzdruck investiert der ORF 20 Millionen Euro in seine digitale Zukunft. Am Wiener Küniglberg entsteht eine revolutionäre Schaltzentrale für alle Medieninhalte.

Der ORF investiert trotz angespannter Finanzlage 20 Millionen Euro in ein neues technologisches Kernstück am Küniglberg in Wien. Das sogenannte Content Management Center fungiert künftig als digitale Schaltzentrale des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Die neue Infrastruktur revolutioniert die Verbreitung sämtlicher Medieninhalte des Konzerns. „Wir sind hier technologischer Vorreiter in Europa“, erklärte ORF-Technikdirektor Harald Krauter bei einer Präsentation vor Medienvertretern. Das Projekt markiert einen Wendepunkt in der technischen Ausrichtung des Senders und führt zu einer Bündelung der Kompetenzen am Mediencampus.

Ein konkretes Beispiel: ORF III wurde nun technisch vollständig integriert, während der bisherige Standort für die Sendeabwicklung in Pfarrwerfen, Salzburg geschlossen wurde.

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Technologischer Paradigmenwechsel

Die Investitionssumme von rund 20 Millionen Euro floss in die Anlage selbst sowie in die Implementierung der SMPTE-2110-Technologie (professioneller Videoübertragungsstandard) und wurde aus dem laufenden Budget finanziert. Es handelt sich dabei um eine fundamentale Umstellung der technischen Infrastruktur.

SMPTE-2110 ermöglicht erstmals die Übertragung sämtlicher Video-, Audio- und Datenströme über ein einheitliches IP-basiertes Netzwerk. Dadurch entfällt die bisher notwendige Verkabelung für jedes einzelne Signal, was die technische Infrastruktur deutlich flexibler und kosteneffizienter macht.

Karl Nobauer, Hauptabteilungsleiter Technik im ORF, verdeutlichte den Paradigmenwechsel: „Früher benötigte jedes Videosignal ein eigenes Kabel, heute laufen diese über das Netzwerk.“ Diese Umstellung ermögliche dem Sender, deutlich schneller auf veränderte Anforderungen zu reagieren. Ein weiterer Vorteil sei die Skalierbarkeit des Systems, das bei Bedarf um zusätzliche Anlagen erweitert werden kann.

Im Vergleich zu herkömmlichen SDI-Standards erlaubt SMPTE-2110 eine schnellere Anpassung an neue Produktionsanforderungen und eine einfachere Skalierbarkeit. Für das Publikum soll der technologische Umbruch weitgehend unbemerkt bleiben. „Gut wäre, wenn die Menschen es gar nicht merken“, beschrieb Krauter die angestrebte Wirkung. Dennoch sollen die Zuschauer und Hörer indirekt profitieren.

Neue Arbeitsprofile

Der Technikdirektor betonte, dass es letztlich darum gehe, „höheren Output bei geringeren Kosten“ zu erzielen. Jährlich werden etwa 150.000 Programmstunden über die neue Anlage abgewickelt.

Für die Mitarbeiter bedeutet die Umstellung hingegen eine tiefgreifende Veränderung ihrer Tätigkeitsprofile. Mit der Schließung des Standorts in Pfarrwerfen und der technischen Integration von ORF III am Küniglberg wurden die Aufgabenprofile des Technikpersonals grundlegend verändert: Aus klassischen Hardwarespezialisten wurden sogenannte CMC-Operatoren, die nun über 300 serverintegrierte Systeme überwachen und verstärkt softwarebasierte Kompetenzen benötigen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Cybersicherheit. Der ORF setzt nach eigenen Angaben auf modernste Technologie und mehrfach redundante Netzwerke. Krauter formulierte unmissverständlich: „Ein Ausfall ist keine Option. Ein Fehler ist keine Option.“

Die technische Umstellung befindet sich in der finalen Phase. „Momentan sind wir dabei, die letzten Funktionalitäten zu implementieren“, erläuterte der verantwortliche Hauptabteilungsleiter Alexander Hetfleisch.

Die vollständige Inbetriebnahme soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein.

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KO KOSMO-Redaktion
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