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Aufarbeitung

Ehrenbürger Hitler? Gemeinde beendet historischen Skandal

Ehrenbürger Hitler? Gemeinde beendet historischen Skandal
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2 Min. Lesezeit |

Eine umstrittene Ehrung aus dunkler Vergangenheit beschäftigt Gloggnitz. Die Gemeinde steht vor der Frage, wie mit historischen Ehrenbürgerschaften umzugehen ist.

In Gloggnitz wurde 1938 Adolf Hitler die Ehrenbürgerschaft verliehen. Auch mehrere Repräsentanten des Ständestaats beziehungsweise Austrofaschismus (autoritäres Regime 1934-1938) erhielten diese Auszeichnung von den damaligen kommunalen Entscheidungsträgern. Hitler war damals in rund 4.000 Gemeinden in Deutschland und Österreich zum Ehrenbürger ernannt worden.

Rechtliche Situation

Bei der Gemeinderatssitzung am 26. August erläuterte Bürgermeister Rene Blum (Liste) die rechtliche Situation: „Grundsätzlich erlischt eine Ehrenbürgerschaft, da sie eine höchstpersönliche Auszeichnung ist, mit dem Tod des Geehrten.“ Er wies jedoch gleichzeitig darauf hin, dass nach Einschätzung des Verfassungsdienstes des Bundeskanzleramts unter bestimmten Umständen rechtliche Nachwirkungen fortbestehen können.

Die rechtliche Bewertung ist in Österreich nicht einheitlich geregelt. Während manche Juristen davon ausgehen, dass Ehrenbürgerschaften automatisch mit dem Tod erlöschen, argumentieren andere, dass eine explizite Aberkennung notwendig sei, um ein klares Zeichen zu setzen.

Vergleichbare Fälle

Gloggnitz steht mit dieser Problematik nicht allein da. In Kramsach in Tirol wurde Hitlers Ehrenbürgerschaft nach öffentlicher Debatte und Gemeinderatsbeschluss explizit aberkannt. Dabei betonten Vertreter wie der BZÖ-Tirol-Chef Gerhard Huber, dass es um ein Zeichen des Respekts gegenüber den Opfern des NS-Regimes gehe und nicht allein um die juristische Frage des Erlöschens mit dem Tod.

Die Aberkennung der Hitler-Ehrenbürgerschaften erfolgte in vielen österreichischen Gemeinden erst Jahrzehnte später und wurde teils kontrovers diskutiert.

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KO KOSMO-Redaktion
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