Die Außenminister Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands haben den israelischen Luftangriff auf Katar vom 9. September in einer gemeinsamen Erklärung scharf kritisiert. Die europäischen Chefdiplomaten werfen Israel vor, durch die Bombardierung in Doha die Souveränität des Golfstaates verletzt und die Gefahr einer weiteren Eskalation im Nahen Osten erhöht zu haben.
Nach Angaben der israelischen Behörden zielte der Luftschlag auf hochrangige Funktionäre der palästinensischen Hamas-Organisation ab. Die Operation in der katarischen Hauptstadt markiert eine bedeutende Ausweitung des israelischen Vorgehens gegen die militante Gruppe. Bei dem Angriff wurde ein Wohnkomplex getroffen, der als Hauptquartier des Hamas-Politbüros diente.
Mindestens sechs Menschen kamen bei dem Bombardement ums Leben, darunter der Sohn des Hamas-Spitzenfunktionärs Khalil al-Hayya und ein Mitglied der katarischen Sicherheitskräfte. Die Hamas-Führung selbst überlebte den Angriff.
Europäische Kritik
„Solche Aktionen gefährden ernsthaft die Chancen auf eine Verhandlungslösung“, betonten die drei Minister in ihrem Statement. Sie versicherten Katar ihrer uneingeschränkten Solidarität und unterstrichen die Bedeutung der katarischen Vermittlungsbemühungen zwischen Israel und der Hamas.
UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte den Angriff als eklatante Verletzung der katarischen Souveränität und betonte die besondere Bedeutung von Katars Vermittlungsrolle im Nahost-Konflikt. Er forderte alle Parteien dazu auf, auf einen dauerhaften Waffenstillstand hinzuarbeiten.
Neben den drei europäischen Staaten kritisierten auch Spanien und weitere Länder die israelische Aktion scharf. Die internationale Gemeinschaft sieht in dem Vorfall eine gefährliche Eskalation, die Katars traditionelle Rolle als neutraler Vermittler im Nahen Osten untergraben könnte.
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