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Systemkritik

SPÖ-Streit: Kärntner Chef attackiert Wiener Sozialhilfe-Modell

SPÖ-Streit: Kärntner Chef attackiert Wiener Sozialhilfe-Modell
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2 Min. Lesezeit |

Der neue Kärntner SPÖ-Vorsitzende Daniel Fellner hat die gegenwärtige Praxis bei der Auszahlung von Sozialhilfe für Kinder kritisch hinterfragt. Im Gespräch mit dem „Kurier“ äußerte er Bedenken am Modell, das in Kärnten und in Wien praktiziert wird, wonach für jedes Kind einer Familie der identische Unterstützungsbetrag gewährt wird.

„Ich bin selbst Vater von drei Kindern: Es ist natürlich das erste viel teurer als das zweite und das dritte„, erklärte Fellner und stellte dabei die hohen Summen in Frage, die in Wien an kinderreiche Familien ausgezahlt werden. Obwohl auch in Kärnten für jedes Kind ein einheitlicher Betrag vorgesehen ist, liegt dieser deutlich unter dem Niveau der Bundeshauptstadt.

Die konkreten Zahlen verdeutlichen die Dimensionen: In Wien erhält jedes Kind einheitlich 312,08 Euro monatlich, während eine Familie mit sieben Kindern in Kärnten insgesamt 1.699 Euro pro Monat bekommt – was einem deutlich niedrigeren Betrag pro Kind entspricht. Bei sechs Kindern sind es in Kärnten 1.456,80 Euro monatlich.

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Pensionisten-Verständnis

Die großzügigen Sozialhilfeleistungen für Familien mit mehreren Kindern in Wien hatten bereits im vergangenen Jahr eine breite gesellschaftliche Debatte ausgelöst. Fellner verwies in diesem Zusammenhang auf die Schwierigkeit, diese Praxis gegenüber der älteren Generation zu rechtfertigen: „Darum müssen wir uns kümmern.“

Besonders bei Pensionistinnen und Pensionisten stoße die derzeitige Regelung auf Unverständnis, so der SPÖ-Politiker.

Die rechtliche Grundlage für die unterschiedlichen Modelle bildet das Sozialhilfe-Grundsatzgesetz, das den Bundesländern einen gewissen Spielraum bei der Ausgestaltung lässt. Während Kärnten und Wien einen gleichmäßigen Richtsatz pro Kind vorsehen, wenden andere Bundesländer wie Oberösterreich und die Steiermark ein degressives Modell an, bei dem der Betrag für jedes weitere Kind sinkt – genau das System, das Fellner nun auch für sinnvoller hält.

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KO KOSMO-Redaktion
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