Der Druck auf Fußballverbände wächst: Israels Nationalmannschaft könnte wegen der Gaza-Offensive von internationalen Wettbewerben ausgeschlossen werden. Die USA stellen sich dagegen.
Experten und der UN-Menschenrechtsrat erhöhen den Druck auf internationale Fußballverbände, Israels Nationalmannschaft wegen der militärischen Operationen im Gaza-Streifen von Wettbewerben auszuschließen. Nach Informationen der britischen Zeitung „The Times“ könnte die UEFA in naher Zukunft über eine mögliche Suspendierung abstimmen. Am 23. September 2025 wird das UEFA-Exekutivkomitee offiziell über eine potenzielle Suspendierung Israels von allen europäischen Fußballwettbewerben entscheiden.
Die US-Regierung positioniert sich derweil klar gegen solche Bestrebungen. Ein Sprecher des amerikanischen Außenministeriums stellte unmissverständlich klar, dass die USA jeden Versuch blockieren werden, Israels Fußballer von der Weltmeisterschaft 2026 fernzuhalten. Die israelische Seite weist die Anschuldigungen des UN-Menschenrechtsrats entschieden zurück und wirft dem Gremium vor, in seiner Beurteilung voreingenommen zu sein.
Internationale Reaktionen
Auch das Internationale Olympische Komitee hatte zuvor Sanktionen gegen Israel abgelehnt mit der Begründung, dass kein Verstoß gegen die olympische Charta vorliege. Mehrere europäische Länder, darunter Spanien und Italien, haben sich mittlerweile kritisch gegenüber einer Teilnahme Israels positioniert und drohen mit Boykott-Maßnahmen. Der UN-Sonderberichterstatter für die besetzten palästinensischen Gebiete wirft dem israelischen Fußballverband konkret Verstöße gegen Menschenrechte vor.
UEFA-Präsident Aleksander Ceferin verteidigt bislang die Position, dass Spieler nicht für die Politik ihrer Regierung verantwortlich gemacht werden sollten. Er verwies auf die unterschiedlichen Begründungen im Fall des suspendierten Russlands, wo der direkte Angriffskrieg gegen die Ukraine als Grund angeführt wurde.
Mögliche Konsequenzen
Nicht nur das Nationalteam wäre betroffen, sondern auch Klubmannschaften wie Maccabi Tel Aviv, die derzeit in der Europa League vertreten sind. Die israelischen Nationalspieler befinden sich aktuell mitten im Qualifikationsprozess für die kommende Weltmeisterschaft. Israelische Offizielle und Verbände lobbyieren intensiv gegen eine Suspendierung und verweisen dabei auf die laufenden WM-Qualifikationsspiele.
Die Kontroverse verdeutlicht einmal mehr das komplexe Verhältnis zwischen Sportveranstaltungen und politischen Konflikten.