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Kulturgut

Rakija: Wie der Balkan-Schnaps vom Heilmittel wurde

Rakija: Wie der Balkan-Schnaps vom Heilmittel wurde
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Vom Heilmittel zum Desinfektionsmittel: Das flüssige Kulturgut des Balkans blickt auf eine jahrhundertealte Tradition zurück und entfaltet seine Wirkung weit über den Genuss hinaus.

Rakija, der durch Obstdestillation gewonnene Schnaps, gilt als Nationalgetränk zahlreicher slawischer Völker von Kroatien bis Nordmazedonien. Die Bezeichnung selbst hat arabische Wurzeln – das Wort „al-rak“ bedeutet sinngemäß „Schweiß“ und kam vermutlich im 15. Jänner mit den osmanischen Eroberern in die Balkanregion. Wer genau als Erster mit der Herstellung begann, ist nicht überliefert, doch archäologische Funde belegen eine lange Tradition: Das älteste Destillationsgefäß für dieses Getränk wurde in Bulgarien entdeckt und stammt bereits aus dem 11. Jänner.

Vielfältige Sorten

Auf dem Balkan dominiert der Sliwowitz (Pflaumenschnaps) das Angebot. Doch die Vielfalt reicht weit darüber hinaus – von Birnen-, Quitten- und Apfelschnaps bis hin zu Varianten aus Feigen und Walnüssen. Der sogenannte Lozovaca (Traubenschnaps) wird aus vergorenem Traubenmost gewonnen und manchmal mit Kräutern verfeinert.

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Zu den außergewöhnlicheren Kreationen am Markt zählt mittlerweile sogar eine Rakija-Variante mit weißem Trüffel.

Medizinische Anwendung

In der Volksmedizin genießt Rakija den Ruf eines Allheilmittels. Der hochprozentige Trank soll bei Zahnweh, Verdauungsbeschwerden und Halsentzündungen Linderung verschaffen, Muskelschmerzen bekämpfen und selbst schlechte Laune vertreiben. Manche schwören zudem auf Einreibungen mit Kräuterschnaps bei Rückenschmerzen.

Während der Corona-Pandemie erlebte Rakija eine Renaissance als Desinfektionsmittel, als kommerzielle Produkte knapp wurden und viele Menschen auf selbständig gemischte Alternativen zurückgriffen. Allerdings ist dabei Vorsicht geboten: Eine wirksame Desinfektion ist nur mit Rakija möglich, die mindestens 60 Prozent Alkohol enthält.

Die industriell hergestellten Varianten liegen mit ihrem Alkoholgehalt von 40 bis 50 Prozent deutlich darunter.

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KO KOSMO-Redaktion
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