Trotz steigender Kosten packen die Österreicher ihre Koffer: Mit 2.209 Euro pro Person investieren sie mehr denn je in ihren Urlaub – ein klares Statement zur Priorität des Reisens.
Die Urlaubsfreude der Österreicher zeigt sich ungebremst trotz höherer Kosten. Das durchschnittliche Reisebudget liegt heuer bei 2.209 Euro pro Person – ein Plus von 136 Euro gegenüber dem Vorjahr, wie Michele Fanton, Ruefa-Geschäftsführer, mitteilt. Birgit Wallner vom Verkehrsbüro-Vorstand interpretiert dies als deutliches Zeichen: „Das ist für uns ein Sinnbild, welchen Stellenwert das Reisen für die Österreicherinnen und Österreicher hat.“
Eine aktuelle Erhebung des Marktforschungsinstituts Marketagent, durchgeführt Anfang bis Mitte November, belegt: Neun von zehn Befragten wollen mindestens einmal verreisen. „Damit sind wir wieder auf dem Niveau wie wir es 2015/16 waren“, erläutert Wallner. Die Umfrageteilnehmer planen durchschnittlich 21 Urlaubstage – einen Tag mehr als 2025. Für den Haupturlaub sind 12 Tage vorgesehen, ebenfalls eine Steigerung um einen Tag im Jahresvergleich.
Regionale Unterschiede
Regional betrachtet investieren Tiroler mit 2.517 Euro am großzügigsten in ihre Erholung, dicht gefolgt von den Wienern mit 2.428 Euro. Viele Landsleute setzen auf kostensenkende Strategien wie Reisen außerhalb der Hochsaison und Frühbucherrabatte. „Bis Ende Februar gibt es bis zu 40 Prozent Frühbucherbonus“, betont der Verkehrsbüro-Chef. Auch Komplettangebote und Last-Minute-Buchungen erfreuen sich anhaltender Beliebtheit.
Die wirtschaftliche Gesamtlage beeinflusst 43 Prozent der Befragten nicht in ihren Reiseplänen, während 15 Prozent zwar anderswo sparen, aber nicht beim Urlaub. Die bevorzugten Destinationen liegen im europäischen Ausland oder innerhalb Österreichs, wobei fast ein Viertel Fernreisen in Betracht zieht.
Beliebte Reiseziele
Thailand führt mit 15 Prozent die Fernreiseziele an, während die USA um 5 Prozentpunkte auf 11 Prozent zurückgefallen sind. „Und das Minus wird sich auch heuer tendenziell fortsetzen“, prognostiziert Fanton, ohne auf Nachfragen zu Donald Trump als möglichen Faktor einzugehen.
Der Inlandstourismus verzeichnet einen leichten Rückgang: 66 Prozent planen einen Österreich-Urlaub – 6 Prozent weniger als im Vorjahr.
Wallner vermutet, dass sowohl die Wetterbedingungen als auch das Preisniveau für diesen Trend verantwortlich sein könnten.