Nach einem tödlichen Beziehungsdrama in Wilfersdorf sitzt ein 47-Jähriger in U-Haft. Er gestand, seine Partnerin mit einem Seil erdrosselt und im Erdkeller versteckt zu haben.
Ein Gewaltverbrechen erschütterte die Kleingemeine Wilfersdorf im Bezirk Mistelbach: Am 13. Jänner alarmierte ein Mann die Polizeiinspektion Mistelbach, nachdem sein Freund Stefan S. ihm telefonisch eine grausame Tat gestanden hatte. Umgehend eilte ein Polizeiaufgebot zur Wohnadresse des 47-Jährigen in der Helenenthal-Siedlung. Dort führte der Tatverdächtige die Beamten zu einem Erdkeller auf seinem Grundstück, wo sie die Leiche seiner Lebensgefährtin fanden.
In seiner Vernehmung gestand Stefan S., seine Partnerin Joyce P. bereits am 5. Jänner nach einer Auseinandersetzung erdrosselt zu haben. Der Beschuldigte befindet sich in Untersuchungshaft, die Mordermittlungen dauern an – die Unschuldsvermutung gilt. Josef Mechtler, Sprecher der Staatsanwaltschaft Korneuburg, bestätigte gegenüber „Heute“ das vorläufige Obduktionsergebnis: Das Opfer starb durch Strangulation mit einem Seil.
Während seiner Befragung sprach der Verdächtige offen über seine Alkoholabhängigkeit und gab an, täglich „ein bis zwei Promille“ zu benötigen. Zusätzlich konsumiere er regelmäßig Fentanyl. Er habe vorgehabt, sich am 14. Jänner in Begleitung seiner Mutter der Polizei zu stellen, wollte jedoch zuvor „nur das mit dem Hund regeln“. „Ich habe schon seit einer Woche eine Last mit mir getragen und wollte die ganze Sache klären.“ Nach der Tat habe er die Leiche im Weinkeller deponiert: „Dort habe ich sie abgelegt, nachdem ich sie im Affekt stranguliert habe, da sie mit einem Messer auf mich losgegangen ist.“
Toxische Beziehung
Das Paar lebte seit mehreren Jahren zusammen und war von Lanzendorf im Bezirk Mistelbach in das Einfamilienhaus nach Wilfersdorf gezogen. Laut Aussage des Verdächtigen begannen die Probleme während der Corona-Zeit – Alkohol, Depression und Exzesse prägten zunehmend den Alltag. Er beschrieb die Beziehung als zuletzt „toxisch“. Trotz Bemühungen um einen Therapieplatz in Mauer setzte sich die verhängnisvolle Abwärtsspirale fort.
Die letzten sechs Monate waren von ständigen Auseinandersetzungen geprägt. Der Beschuldigte schilderte das wechselhafte Verhalten seiner Partnerin: „mal hat sie mich zwei Tage unterstützt, dann zwei Tage beschimpft“. Auch das Opfer habe mit Suchtproblemen gekämpft. Am 5. Jänner sei die Stimmung besonders angespannt gewesen, weshalb der Verdächtige mit dem Hund spazieren ging, um eine Eskalation zu vermeiden.
Tathergang
Bei seiner Rückkehr sei die 36-Jährige plötzlich mit einem großen Küchenmesser auf ihn losgegangen. Sein dicker Mantel habe ihn geschützt, sodass „zum Glück nichts passiert“ sei. Bei der anschließenden Auseinandersetzung habe er die Frau zu Boden gebracht, dann „Rot gesehen“ und ihr ein zwei Meter langes Hanfseil um den Hals gelegt und „mit voller Kraft“ zugezogen. „Es ist schnell gegangen, bis sie keine Reaktion mehr zeigte.“
Inzwischen wurden weitere Details bekannt: Stefan S., ausgebildeter Bürokaufmann und Mediendesigner, der zuletzt arbeitssuchend war, ist polizeilich vorbelastet. Laut Informationen von „Heute“ verbüßte er bereits eine Haftstrafe wegen eines Gewaltverbrechens. Mittlerweile wird er von Anwalt Sascha Flatz vertreten. „Mein Mandant bedauert die Tat zutiefst. Wir werden jetzt prüfen, inwieweit hier eine Notwehrsituation vorgelegen hat, da er zuerst mit dem Messer von ihr attackiert wurde“, erklärte der Jurist gegenüber „Heute“.
Nach dem Gespräch mit seinem Bekannten kontaktierte der Tatverdächtige auch seine Mutter. „Ich sagte ihr, dass ich einen Scheiß gemacht habe“, gab er an. Die genauen Umstände verschwieg er jedoch. „Sie weiß nur, dass ich Hilfe mit dem Hund brauche und zur Polizei muss“, berichtete er den Beamten.
Nun sei er „erleichtert, dass die ganze Sache jetzt endlich vorbei ist. Ich war einfach die ganze Zeit zu schwach und zu feige, dass ich das Geschehene zugebe. Wenn ich eine Zeitmaschine hätte, dann würde ich gerne das Geschehene rückgängig und ungeschehen machen. Ich werde jetzt für das Ganze geradestehen.“ Am Tag der Tat hatte er seinen Angaben zufolge wie gewöhnlich Alkohol konsumiert – über den Tag verteilt eine Flasche Wodka.