Das RS-Virus breitet sich aus und könnte bald mehr Patienten in die Kliniken bringen. Besonders gefährdet: die Kleinsten und Ältesten in der Gesellschaft.
Das Respiratorische Synzytialvirus (RSV) entwickelt sich aktuell zu einer wachsenden Gesundheitsbedrohung in Deutschland und Österreich. Medizinische Experten rechnen in den kommenden Wochen mit steigenden Patientenzahlen, wobei vor allem Säuglinge, Kleinkinder und Senioren gefährdet sind. Parallel zur noch laufenden Grippesaison warnt das Robert-Koch-Institut in Berlin vor einem möglichen Anstieg der RSV-Fälle.
Die jüngsten Daten des RKI zeigen, dass in der dritten Kalenderwoche 2026 etwa vier Prozent der untersuchten virologischen Proben RSV-positiv waren. Obwohl die Gesamtaktivität des Virus derzeit noch relativ gering ist, gilt RSV als typischer Auslöser für Krankenhauseinweisungen bei Kindern. Erfahrungsgemäß steigen die Hospitalisierungsraten bei zunehmender Verbreitung rasch an, besonders bei Säuglingen.
⇢ Alarmstufe Rot in Kinderkliniken: RS-Virus rollt auf Säuglinge zu
Das Coronavirus spielt inzwischen eine untergeordnete Rolle – der Anteil von Covid-19 unter den nachgewiesenen Atemwegsinfektionen bewegt sich im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
Situation in Österreich
Die Situation in Österreich präsentiert sich ähnlich, wenn auch mit etwas geringeren Fallzahlen. Die RSV-Aktivität bleibt konstant, mit einer aktuellen Positivrate von 4,1 Prozent. Seit Ende Dezember verzeichnen Gesundheitsbehörden leichte Anstiege im Abwassermonitoring sowie bei den Krankenhauseinweisungen.
In der ersten Jännerwoche 2026 mussten 63 RSV-Patienten auf Normalstationen behandelt werden – ein erheblicher Zuwachs im Vergleich zum frühen Dezember. Besonders im Fokus stehen Säuglinge und Kleinkinder unter sechs Monaten, Menschen über 65 Jahre sowie Personen mit Grunderkrankungen.
Symptome und Schutz
Die Infektionen mit dem RS-Virus verlaufen zwar häufig ohne oder mit milden Symptomen, können jedoch zu ernsthaften Atemwegserkrankungen führen. Das Krankheitsbild reicht von Husten, Niesen und Fieber bis hin zu Atemproblemen bei den kleinsten Patienten.
Eine durchgemachte Infektion bietet keinen langfristigen Schutz, Mehrfachinfektionen sind möglich. Daher bleiben grundlegende Hygienemaßnahmen wie gründliches Händewaschen, regelmäßiges Lüften und vorsichtiger Kontakt mit erkälteten Personen unverzichtbar.
Für besonders gefährdete Säuglinge steht in beiden Ländern die prophylaktische Antikörpertherapie Beyfortus zur Verfügung, die schwere Krankheitsverläufe signifikant reduzieren kann.
Gesundheitsexperten in Deutschland und Österreich verfolgen die Entwicklung aufmerksam. Ob die diesjährige RSV-Saison eine ähnliche Intensität wie im Vorjahr erreichen wird, lässt sich erst in den nächsten Wochen abschätzen.
Die ersten Anzeichen einer Verschärfung sind jedoch bereits erkennbar.