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Politik

ICE-Beamte erschießen Krankenpfleger: Video widerspricht Trump-Version

ICE-Beamte erschießen Krankenpfleger: Video widerspricht Trump-Version
FOTO: EPA/CRAIG LASSIG/Screenshot X
3 Min. Lesezeit |

Der tödliche Schusswaffeneinsatz gegen einen Krankenpfleger in Minneapolis (Minnesota) hat die Kontroverse um die Abschiebepolitik der Trump-Administration erneut angefacht. Alex Pretti wurde bei einem Einsatz von US-Grenzschutzbeamten erschossen – ein Vorfall, der landesweit Proteste auslöste und die offiziellen Darstellungen in Zweifel zieht.

Die vom Heimatschutzministerium verbreitete Version, wonach Pretti bewaffnet gewesen sei und sich den Beamten bedrohlich genähert habe, steht im Widerspruch zu Videoaufzeichnungen des Geschehens.

Das Heimatschutzministerium veröffentlichte zur Untermauerung seiner Position ein Foto der angeblichen Tatwaffe und rechtfertigte den Schusswaffengebrauch mit einer unmittelbaren Bedrohungslage für die eingesetzten Beamten. Sowohl Ministerin Kristi Noem als auch der stellvertretende Stabschef des Weißen Hauses, Stephen Miller, charakterisierten Pretti in öffentlichen Stellungnahmen als Aggressor. Ein bislang nicht vollständig verifiziertes Video zeichnet jedoch ein anderes Bild: Es zeigt offenbar, wie Pretti versuchte, eine Frau vor Tränengas zu schützen, bevor er von Einsatzkräften zu Boden gebracht wurde.

Die Rechercheplattform Bellingcat analysierte das verfügbare Videomaterial und identifizierte eine Sequenz, in der Beamte mit einer Schusswaffe zu sehen sind, die der vom Ministerium präsentierten ähnelt. Zudem seien mindestens zehn Schüsse zu hören. Die Eltern des Getöteten weisen die Regierungsdarstellung entschieden zurück und bezeichnen sie als bewusste Falschdarstellung. Sie betonen, ihr Sohn habe keine Bedrohung dargestellt, sondern lediglich versucht, eine andere Person zu schützen.

Politische Reaktionen

Minnesotas Gouverneur Tim Walz reagierte mit Bestürzung auf den Vorfall und forderte eine unabhängige Untersuchung der Todesumstände. Die demokratische Kongressabgeordnete Ilhan Omar ging in ihrer Kritik weiter und bezeichnete den Polizeieinsatz als Hinrichtung. Sie warf Präsident Trump vor, die Stadt Minneapolis in ein Konfliktgebiet zu verwandeln. Der örtliche Polizeichef Brian O’Hara bestätigte inzwischen, dass Pretti legal im Besitz einer Schusswaffe war.

Als Reaktion auf den Vorfall formierten sich trotz winterlicher Temperaturen Hunderte Menschen zu Protestkundgebungen in Minneapolis. Gouverneur Walz und Bürgermeister Jacob Frey appellierten an Trump, den Einsatz von Bundespolizisten in der Stadt zu beenden. Der Präsident wiederum beschuldigte die lokalen Politiker, durch ihre Rhetorik Unruhen zu provozieren.

Sanctuary City

Der Fall reiht sich in eine Serie von Vorfällen ein, die Minneapolis erschüttert haben – darunter die tödlichen Schüsse auf die unbewaffnete Autofahrerin Renee Good und die Festnahme eines fünfjährigen Kindes durch Einwanderungsbeamte. Minneapolis, das sich als Sanctuary City versteht und Migranten besonderen Schutz gewährt, steht im Zentrum der verschärften Abschiebemaßnahmen der Trump-Regierung, die tausende Bundesbeamte zur Durchsetzung ihrer Migrationspolitik in die Stadt entsandt hat.

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KO KOSMO-Redaktion
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