Minusgrade, ein verzweifelter Hilferuf und ein Kältetelefon, das nicht zuständig ist. Der Fall aus Oberösterreich bringt nun die Landespolitik in Bewegung.
In der Nacht herrschen Minusgrade in einer oberösterreichischen Bezirkshauptstadt. Ein hilfloser Mann ruft verzweifelt nach Unterstützung. Eine Passantin wählt das Kältetelefon – doch die ernüchternde Antwort lautet: Man sei ausschließlich für Linz zuständig und könne nicht helfen.
Dieser Vorfall, der der Sozialsprecherin der Grünen, Ines Vukajlović, zugetragen wurde, wirft grundlegende Fragen zur Kältehilfe in Oberösterreich auf. Die Landtagsabgeordnete nimmt den Fall zum Anlass, die Versorgungsstruktur für von Kälte betroffene Menschen kritisch zu hinterfragen. Am kommenden Donnerstag wird sie im Landtag eine entsprechende Anfrage an den zuständigen ÖVP-Landesrat Christian Dörfel richten.
„Wie Landesrat Dörfel sicherstellen wird, dass niemand in der Kälte zurückgelassen wird, werden wir hoffentlich durch diese Anfrage erfahren“, erklärt Vukajlović.
Konkrete Forderungen
Die Grünen-Politikerin verbindet ihre Initiative mit zwei konkreten Forderungen: Zum einen müsse das Kältetelefon für ganz Oberösterreich flächendeckend und rund um die Uhr erreichbar sein. Zum anderen sei ein unbürokratischer und schneller Zugang zu Notunterkünften sicherzustellen.
Der geschilderte Fall verdeutlicht die Problematik: Erst durch Einschaltung der Polizei konnte für den hilfesuchenden Mann eine regionale Unterkunft gefunden werden. „Gerade wenn es bis zu minus 29 Grad in Oberösterreich hat, muss die Priorität sein, einen warmen Schlafplatz zur Verfügung zu stellen. Es kann nicht sein, dass Menschen in der Kälte gelassen werden, weil sie Bedingungen nicht erfüllen“, betont Vukajlović.
Versorgungslücken
Die Situation in Linz ist durch das Kältetelefon des Vereins B37 besser organisiert. Doch die Versorgungslücken außerhalb der oberösterreichischen Landeshauptstadt werden von den Grünen als gravierendes Problem angesehen.
In Wien verzeichnet das dortige Kältetelefon derzeit etwa 450 Anrufe täglich, nachdem kürzlich zwei obdachlose Männer erfroren sind.
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