Elektroautos als rollende Kraftwerke – in Niederösterreich wird dieses Zukunftsszenario gerade zur Realität.
In Mautern an der Donau im Bezirk Krems-Land starten die Post, die EVN und Netz Niederösterreich gemeinsam ein Pilotprojekt, das Elektrofahrzeuge zu mobilen Energiespeichern machen soll. „Die E-Fahrzeuge der Post agieren damit als großer, gebündelter Stromspeicher“, heißt es in einer Aussendung. Im Pilotprojekt in Mautern an der Donau werden fünf E-Fahrzeuge der Marke Maxus getestet. Die Österreichische Post betreibt insgesamt über 6.000 Elektrofahrzeuge – das Projekt in Niederösterreich soll nun zeigen, wie diese künftig als Stromspeicher genutzt werden können.
Bidirektionales Laden
Im Mittelpunkt des Vorhabens steht das sogenannte bidirektionale Laden – eine Technologie, bei der Elektroautos nicht nur Strom aufnehmen, sondern diesen bei Bedarf auch wieder ins öffentliche Netz zurückgeben können.
Weil die Zustellfahrzeuge üblicherweise vom Nachmittag bis in den nächsten Morgen an den Ladestationen der Zustellbasen stehen, ergibt sich nach Einschätzung der Projektpartner ein erhebliches Potenzial, Ladevorgänge zeitlich zu verschieben. In Mautern an der Donau soll der Strom, den eine Photovoltaikanlage auf dem Dach einer Postbasis während dieser Standzeiten erzeugt, direkt in den Batterien der Elektrofahrzeuge gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt wieder abgegeben werden.
Neue Standards
Da bidirektionales Laden nach wie vor weitgehend Neuland ist, wollen EVN und Netz Niederösterreich durch die Zusammenarbeit mit der Post gezielt Praxiserfahrungen gewinnen und auf dieser Grundlage mögliche künftige Standards für das Energienetz erarbeiten.
Für Österreich wird der breite Einsatz dieser Technologie derzeit ab Anfang Jänner 2027 erwartet.