Wien räumt auf – und trifft damit eine ganze Branche ins Mark. Was hinter dem Beschluss steckt und wer jetzt um seine Zukunft kämpft.
Der Wiener Landtag hat eine weitreichende Entscheidung getroffen: Altkleidercontainer im öffentlichen Raum sollen bis spätestens 1. Jänner 2027 vollständig entfernt werden. Eine kurze Übergangsfrist ist ausschließlich für das Abräumen der bestehenden Standorte vorgesehen. Als Begründung führt die Stadt an, dass rund um die Container zunehmend Verschmutzungen auftreten und das Stadtbild beeinträchtigt wird. Für die betroffenen Betreiber kommt der Beschluss einem Schock gleich – die Lage ist angespannt, die Perspektiven sind ungewiss.
Drastische Verkleinerung
Allein Öpula betreibt in Wien rund 1.500 Container, Humana verfügt über hunderte weitere Standorte – ein Großteil davon steht nun vor dem Aus. Insgesamt sind derzeit 2.280 Altkleidercontainer auf öffentlichem Grund bewilligt. Zwar soll ein Teil der Sammelstellen auf Privatgrund weitergeführt werden können, doch das bisherige System wird sich drastisch verkleinern. Fest steht: Der öffentliche Raum wird für die Altkleidersammlung dauerhaft gesperrt, was die gesamte Branche zu einem grundlegenden Umbau zwingt.
Die Dimension wird an konkreten Zahlen deutlich: Allein Humana sammelt nach eigenen Angaben in Wien jährlich rund 5.000 Tonnen Altkleider ein. Mit dem Wegfall der öffentlichen Standorte drohen diese Mengen künftig wegzufallen oder auf wesentlich weniger Sammelstellen verteilt werden zu müssen.
Gespräche im Rathaus
Derzeit laufen intensive Gespräche hinter den Kulissen. Am 2. Juni treffen Öpula und Humana im Wiener Rathaus auf Umweltstadtrat Jürgen Czernohorszky und Planungsstadträtin Ulli Sima, beide SPÖ. Die Sammelorganisationen setzen auf eine Verlängerung der Übergangsfrist bis 2028 oder auf neue gemeinsame Lösungsansätze.
Auf Privatflächen wollen viele Betreiber den Betrieb fortsetzen – allerdings mit deutlich weniger Standorten und reduziertem Personal.