Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Temu, Shein & Co.

EU-Zollhammer: Online-Schnäppchen werden zur Kostenfalle

EU-Zollhammer: Online-Schnäppchen werden zur Kostenfalle
(Symbolbild FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Billiges Shoppen bei Temu & Co. wird teurer: Die EU zieht die Zollschraube an – und das früher als viele denken.

Ab dem 1. Juli 2026 gilt für den Inhalt kleiner Pakete aus Nicht-EU-Ländern ein einheitlicher Zollbetrag von drei Euro. Betroffen sind Sendungen mit einem Warenwert unter 150 Euro, die in großem Umfang über den Onlinehandel in die Europäische Union gelangen. Mit dieser Maßnahme will die EU gleiche Wettbewerbsbedingungen für europäische Anbieter schaffen sowie Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltprobleme angehen.

Die Wirtschaftskammer schließt sich dieser Einschätzung an und verweist auf wettbewerbsverzerrende Praktiken zum Nachteil von EU-Händlern, auf Gesundheits- und Sicherheitsrisiken für Konsumenten, auf ein hohes Betrugsaufkommen sowie auf umweltbezogene Probleme. Konkret wird die Abgabe je Artikel innerhalb einer Kleinsendung nach dessen Tarifposition berechnet, das heißt, für jede im Paket enthaltene Warenkategorie fällt die Gebühr gesondert an. Enthält ein Paket eine Handyhülle sowie zwei Paar Hausschuhe, liegen zwei unterschiedliche Tarifpositionen vor, woraus eine Gesamtzollgebühr von sechs Euro resultiert.

Übergangslösung bis 2028

Die Drei-Euro-Regelung ist als Übergangslösung konzipiert und bleibt bis zum 1. Juli 2028 in Kraft. Bis zu diesem Zeitpunkt soll die im November 2025 beschlossene dauerhafte Regelung greifen, die auf eine vollständige Abschaffung der Zollfreigrenze abzielt.

Vom neuen Drei-Euro-Zoll zu unterscheiden ist eine geplante Bearbeitungsgebühr, die im Rahmen des Zollreformpakets sowie des mehrjährigen Finanzrahmens diskutiert wird. Diese Gebühr wird voraussichtlich rund zwei Euro betragen und soll ab dem 1. November 2026 zusätzlich zum Zoll erhoben werden.

Österreichische Paketabgabe

Nicht zu verwechseln ist all dies mit der geplanten österreichischen Paketabgabe in Höhe von zwei Euro, die für den 1. Oktober vorgesehen ist und eine eigenständige, nationale Maßnahme darstellt.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen