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Rüstungsprojekt

Kroatien rüstet auf – erste eigene Munitionsfabrik des Weltkonzerns Beretta geplant

Kroatien rüstet auf – erste eigene Munitionsfabrik des Weltkonzerns Beretta geplant
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Kroatien macht Ernst: Mit einem renommierten Partner aus Italien nimmt ein historisches Rüstungsprojekt erstmals konkrete Formen an.

Kroatien treibt den Aufbau einer eigenen Munitionsproduktion voran: In Zusammenarbeit mit dem italienischen Rüstungsunternehmen Beretta soll eine Fabrik für Kleinkalibermunition errichtet werden – als wahrscheinlicher Standort gilt das Gebiet rund um Obrovac. Die kroatische Regierung setzt beim geplanten Fabrikprojekt nun einen weiteren konkreten Schritt. Am Donnerstagnachmittag ist in Zagreb die Unterzeichnung einer Absichtserklärung zwischen der Regierung, der italienischen Beretta Holding und einem Finanzinvestor vorgesehen.

Die Absichtserklärung soll im Beisein von Premierminister Andrej Plenkovic von Verteidigungsminister Ivan Anusic, Beretta-Chef Pietro Gussalli Beretta und dem Finanzinvestor Ivan Kapetanovic unterzeichnet werden. Plenkovic hob Beretta als international renommierten Partner mit weitreichender Erfahrung hervor und betonte, Kroatien werde durch das Projekt seine eigenen Verteidigungskapazitäten ausbauen.

Standort Obrovac

Als bevorzugter Standort für die geplante Anlage gilt seit geraumer Zeit das Gebiet bei Obrovac im Hinterland von Zadar. Frühere Berichte verwiesen auf ein rund 25 bis 28 Hektar großes Areal zwischen Obrovac und Bilisane, das bereits als Gewerbe- und Produktionszone ausgewiesen ist. Eine offizielle Standortentscheidung mit vollständigen technischen Details hat die Regierung bislang jedoch nicht bekannt gegeben.

Ebenso fehlen noch konkrete Angaben zur geplanten Produktionskapazität, zum Baubeginn sowie zur Anzahl der künftigen Arbeitsplätze. Sollte das Projekt planmäßig realisiert werden, würde Kroatien erstmals über eine eigene Munitionsfertigungsanlage verfügen. Mit HS Produkt besitzt das Land zwar bereits einen international etablierten Hersteller von Pistolen, Sturmgewehren und Maschinenpistolen, ist bei der entsprechenden Munition jedoch nach wie vor auf Importe angewiesen.

Verteidigungsminister Anusic hatte bereits im Juni dargelegt, dass die Kooperation mit Beretta konkret auf Munition kleinen Kalibers ausgerichtet sei. Die Regierung begründet das Vorhaben mit den gewandelten sicherheitspolitischen und geopolitischen Verhältnissen in Europa sowie dem Ziel, Kroatien im Verteidigungsbereich selbständiger aufzustellen.

Offene Fragen

Die Unterzeichnung der Absichtserklärung bedeutet allerdings noch nicht, dass alle erforderlichen Genehmigungen vorliegen oder der Baubeginn unmittelbar bevorsteht. Das Dokument soll zunächst den Rahmen für die weitere Zusammenarbeit zwischen Regierung, Beretta und dem Investor abstecken.

Laut der Vereinbarung ist für das gemeinsame Investitionsprojekt ein Gesamtvolumen von 125 Millionen Euro vorgesehen. Beretta Holding wird dabei 50 Prozent plus eine Aktie halten, die restlichen Anteile werden zwischen der kroatischen Regierung und dem Finanzinvestor Ivan Kapetanovic aufgeteilt. Die Fabrik soll bis Mitte 2029 den Betrieb aufnehmen und dann rund 250 Mitarbeiter beschäftigen. Der erwartete jährliche Umsatz wird auf etwa 70 bis 80 Millionen Euro beziffert.

Das Projekt hat damit zwar deutlich an Kontur gewonnen, doch einige Detailfragen bleiben weiterhin ungeklärt – darunter der endgültige Standort sowie die genaue Produktionskapazität der Anlage.

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KO KOSMO-Redaktion
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