Ein lauter Knall, ein Schmerz, eine blutende Wunde – und dahinter steckt mehr als nur ein Luftgewehr.
In einem Wohnhaus in Wien-Favoriten wurde am Samstagabend eine Gruppe junger Frauen in der Gudrunstraße von einem Schuss überrascht. Gegen halb zehn Uhr abends hörten die Anwesenden plötzlich einen lauten Knall – eine 15-Jährige bemerkte daraufhin einen heftigen Schmerz in ihrem Arm, der von einer blutenden Verletzung ausging.
Die Berufsrettung Wien versorgte das Mädchen noch am Einsatzort notfallmedizinisch. Ein anschließender chirurgischer Eingriff in einem Krankenhaus ergab, dass die Wunde durch ein sogenanntes „Diabolo“-Eisengeschoß verursacht worden war – ein Spezialgeschoß für Luftdruckwaffen.
Geständnis der Täter
Im Zuge der Ermittlungen konzentrierte sich die Polizei auf die Wohnhausanlage als einzig möglichen Abschussort. Gestützt auf mehrere Zeugenaussagen gelang es den Beamten, jene Wohnung zu identifizieren, aus der der Schuss abgegeben worden war.
Dort trafen die Beamten auf zwei Burschen im Alter von 15 und 17 Jahren. Anfangs zeigten sich beide wenig gesprächsbereit, doch im Verlauf der Einvernahmen dürften sie ihre Aussagen geändert haben. Schließlich gestanden beide, dass der Jüngere der beiden mit einem Luftgewehr auf das Mädchen geschossen hatte – zu seinem Motiv schwieg der 15-Jährige jedoch.
Gefährliche Funde
Bei der Durchsuchung der Wohnung machten die Polizisten einen bemerkenswerten Fund. Neben dem Luftdruckgewehr, das als mögliche Tatwaffe sichergestellt wurde, stießen die Beamten auch auf mehrere Kampfmesser, Schlagstöcke sowie einen Würgedraht, die allesamt konfisziert wurden.