Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Debatte

Dom Pérignon für 20.000 Euro – und null Trinkgeld: Kroatien diskutiert

Dom Pérignon für 20.000 Euro – und null Trinkgeld: Kroatien diskutiert
FOTO: Instagram Screenshot
2 Min. Lesezeit |

Fünf Sterne, null Euro Trinkgeld – ein Vorfall in Split und eine Influencerin heizen die Debatte über Wertschätzung im Service an.

Die serbische Influencerin Bojana Topalovic hat eine Diskussion über Trinkgeldgewohnheiten in Kroatien angestoßen. Topalovic hält sich derzeit auf der Insel Mali Lošinj auf und berichtet dort regelmäßig in sozialen Netzwerken über das Leben von Saisonkräften. Weil sie selbst jahrelang als Kellnerin tätig war, meldete sie sich nun auch zum Thema Trinkgeld zu Wort.

Grundsätzlich sei es keine Verpflichtung, werde von Servicekräften aber selbstverständlich gern entgegengenommen. Maßgeblich sei für sie die Qualität der Bedienung: Wer gut bedient wurde, solle Trinkgeld geben – wer unzufrieden war, könne darauf verzichten. Als Richtwert nennt die Saisonarbeiterin in Restaurants etwa fünf bis zehn Prozent des Rechnungsbetrags, vorausgesetzt, Service und Atmosphäre haben überzeugt.

Besonders freigebig zeige sie sich in Lokalen, die sie regelmäßig aufsucht, sowie gegenüber Kellnerinnen und Kellnern, die trotz des belastenden Arbeitsalltags freundlich, aufmerksam und gut gelaunt sind.

Geteilte Meinungen

Ihr Beitrag löste in den Kommentaren rasch eine rege Diskussion aus. Ein Teil der Nutzer pflichtete ihr bei und gab an, bei zufriedenstellendem Service grundsätzlich rund zehn Prozent zu hinterlassen. Manche erklärten darüber hinaus, nicht nur Kellnern, sondern auch Friseuren, Zustellern und anderen Dienstleistern regelmäßig eine kleine Anerkennung zukommen zu lassen.

Gleichzeitig regte sich deutlicher Widerspruch: Ein Kommentator sah im Trinkgeld ein Symptom dafür, dass Gastronomiebetriebe ihre Angestellten nicht angemessen entlohnten. Freundlicher und kompetenter Service gehöre zum Beruf und müsse über den Lohn abgegolten werden – nicht über die Großzügigkeit der Gäste. Andere Nutzer wiederum erklärten, nur in Ausnahmesituationen Trinkgeld zu geben, etwa wenn eine Bedienung durch besondere Aufmerksamkeit oder Freundlichkeit aufgefallen sei.

Festival-Eklat Split

Bereits im Vorfeld hatte ein Vorfall beim Ultra-Festival in Split für Gesprächsstoff gesorgt. Ein Gast soll dort zunächst 25 Flaschen Dom Pérignon im Gesamtwert von rund 20.000 Euro geordert haben, am darauffolgenden Tag weitere 20 Flaschen sowie eine sechs Liter fassende Magnumflasche.

Was die Gemüter jedoch weit mehr erhitzte als die beeindruckende Rechnung, war der Umstand, dass der Gast den Servicekräften trotz der außergewöhnlichen Bestellung offenbar kein Trinkgeld dagelassen haben soll.

Auch dieser Fall hatte die grundsätzliche Frage aufgeworfen, ob Trinkgeld als freiwillige Wertschätzung zu verstehen ist oder als gesellschaftlich erwartete Selbstverständlichkeit.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen