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Chronik

Sprengstoff-Drohne am Flughafen: Experten verdächtigen Russland

Sprengstoff-Drohne am Flughafen: Experten verdächtigen Russland
FOTO: iStock/U. J. Alexander
3 Min. Lesezeit |

Eine bewaffnete Drohne, militärischer Sprengstoff, ukrainische Frachtflieger – der Fund in Leipzig/Halle lässt Experten aufhorchen.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) wertet den Drohnenfund am Flughafen Leipzig/Halle als gezielten Anschlag, der das Werk hochprofessioneller Täter sei. Im Rahmen einer Pressekonferenz schloss er „fremde Mächte“ als mögliche Auftraggeber dieses „hybriden Anschlagsszenarios“ ausdrücklich nicht aus. Für die Durchführung eines solchen Vorhabens seien umfangreiche technische Kenntnisse sowie einschlägige Erfahrung im Umgang mit Sprengstoff erforderlich.

Darüber hinaus gehe er davon aus, dass es sich bei dem eingesetzten Material um militärischen Sprengstoff handle. „Das alles deutet nicht auf amateurhaftes Vorgehen hin. Wir reden hier von einer professionellen hybriden Bedrohungslage, mit der wir uns weiter auseinandersetzen müssen“, so Dobrindt.

Russland im Verdacht

Gleichzeitig mahnte der Minister zur Zurückhaltung bei voreiligen Schlussfolgerungen über Herkunft und Art der Drohne sowie des Sprengstoffs. „Alle Spekulationen“ könnten „grundfalsch sein“ – die Ermittlungen müssten in alle Richtungen geführt werden. Dennoch unterstrich er die grundsätzliche Bedeutung des Vorfalls: „Dass eine Drohne bewaffnet mit Sprengstoff sich hier auf einem Flughafengelände befindet, das ist ein neues Bedrohungsszenario.“

Aus Fachkreisen kommt unterdessen eine konkretere Einschätzung: Sicherheitsexperten sehen Russland hinter dem Vorfall. Der Fund passe „ins Schema der russischen hybriden Angriffe gegen Deutschland„, erklärte Nico Lange, Direktor des Instituts für Risikoanalysen und Internationale Sicherheit, gegenüber dem Fernsehsender Phoenix.

Drohne am Flughafen

Entdeckt wurde die mit einer Sprengvorrichtung ausgestattete Drohne in der Nacht auf Mittwoch auf der sogenannten Südpiste des Flughafens Leipzig/Halle. Laut Informationen aus Sicherheitskreisen befand sie sich in unmittelbarer Nähe einer Transportmaschine des Typs Antonow AN-124 Condor sowie drei weiterer ukrainischer Flugzeuge. Spezialisten der Bundespolizei konnten die Sprengvorrichtung entschärfen.

Der Flughafenbetrieb wurde nach dem Fund vorübergehend eingestellt, mehrere Maschinen mussten umgeleitet werden. Die Ermittler bestätigten zudem, dass eine DHL-Frachtmaschine nach dem Start mit einem „mutmaßlich zweiten unbekannten Flugobjekt“ zusammengestoßen sei. Die Maschine musste wegen der zuvor erfolgten Sperrung der Landebahn durchstarten und konnte sicher in Hannover landen, wo leichte Beschädigungen festgestellt wurden.

Seit dem vergangenen Herbst besteht ein gemeinsames Drohnenabwehrzentrum, das den Informationsaustausch zwischen Bund und Ländern koordiniert und laut Dobrindt auch im vorliegenden Fall eingebunden ist.

Auf die vom Bundesinnenministerium zugesagte technische Ausstattung zur Erkennung und Abwehr von Drohnen warten die Flughäfen Berlin, München, Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg, Leipzig/Halle und Köln/Bonn allerdings nach wie vor.

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KO KOSMO-Redaktion
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