Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Tempostrafen

20 km/h kosten 100 Euro, 21 km/h schon 210 Euro

20 km/h kosten 100 Euro, 21 km/h schon 210 Euro
Symbolbild Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Italiens neues Tempostrafen-System trifft Urlauber hart – und ein einziger Kilometer Unterschied kann den Unterschied zwischen 100 und 210 Euro bedeuten.

Italien arbeitet an einer tiefgreifenden Neugestaltung seines Bußgeldsystems für Geschwindigkeitsüberschreitungen. Der vorliegende Gesetzesentwurf sieht vor, dass künftig jeder einzelne Kilometer pro Stunde über dem erlaubten Limit gesondert in Rechnung gestellt wird – eine Regelung, die vor allem für Urlauber spürbare finanzielle Konsequenzen haben dürfte.

Auf Straßen mit einem Tempolimit bis 50 km/h werden bei Überschreitungen von bis zu 20 km/h fünf Euro pro zusätzlichem Kilometer pro Stunde fällig; liegt die Überschreitung darüber, steigt der Satz auf zehn Euro pro km/h für den gesamten Verstoß. In der Praxis bedeutet das: Wer 20 km/h zu schnell unterwegs ist, zahlt 100 Euro – wer jedoch 21 km/h zu viel auf dem Tacho hat, wird bereits mit 210 Euro zur Kasse gebeten.

Laut einem Bericht von chip.de unter Berufung auf das italienische Automagazin Quattroruote soll der Entwurf bis Oktober 2026 in seiner endgültigen Fassung vorliegen. Grundlage für die Berechnung des Bußgeldes ist der gemessene Wert nach Abzug einer Toleranz von fünf Prozent, mindestens jedoch fünf Kilometer pro Stunde.

Autobahn-Konsequenzen

Besonders weitreichende Konsequenzen drohen auf Italiens Autobahnen: Bereits ab einer Überschreitung von 21 km/h sind ein 15-tägiges Fahrverbot sowie vier Punkteabzüge vorgesehen. Bei Verstößen zwischen 41 und 60 km/h verdoppelt sich das Fahrverbot auf 30 Tage, und es werden sechs Punkte abgezogen. Wer das Tempolimit um mehr als 60 km/h überschreitet, muss mit einem dreimonatigen Fahrverbot und dem Abzug von acht Punkten rechnen.

Innerorts, also auf Straßen mit einem Limit bis 50 km/h, gelten zunächst weniger strenge Maßstäbe. Ein Fahrverbot von 15 Tagen wird hier erst ab einer Überschreitung von mehr als 40 km/h verhängt; bei noch höheren Verstößen sind es 30 Tage.

Vollstreckung in Österreich

Für österreichische Autofahrerinnen und Autofahrer ist dabei ein wichtiger Umstand zu beachten: In Italien verhängte Bußgelder können auch in Österreich vollstreckt werden, sobald die Summe aus Geldbuße und Verfahrenskosten den Betrag von 70 Euro übersteigt.

Nach dem derzeit noch geltenden Regelwerk kostet eine Überschreitung von 20 km/h mindestens 175 Euro, bei mehr als 50 km/h über dem Limit sind es mindestens 545 Euro.

In den Nachtstunden zwischen 22 und 7 Uhr erhöhen sich die Mindestbußen zusätzlich um ein Drittel.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen