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Auslandseinsatz

Kosovo: Österreichs Soldaten bleiben wohl noch länger

Kosovo: Österreichs Soldaten bleiben wohl noch länger
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Seit 1999 ohne Unterbrechung im Kosovo: Auch mehr als 27 Jahre später leisten noch 144 österreichische Soldatinnen und Soldaten Dienst bei der NATO-geführten KFOR-Mission.

Das österreichische Bundesheer gehört seit 1999 durchgehend zur internationalen Präsenz im Kosovo. Aktuell sind 144 österreichische Soldatinnen und Soldaten im Rahmen der NATO-geführten KFOR-Mission im Einsatz. In der vergangenen Woche trat bereits das 55. österreichische Kontingent seinen Dienst an.

Die KFOR soll auf Grundlage einer Resolution des UN-Sicherheitsrats zu einem sicheren Umfeld und zur Bewegungsfreiheit für alle Menschen im Kosovo beitragen. Die österreichischen Kräfte übernehmen dabei unterschiedliche Aufgaben. Eine davon ist die Aufklärung, die Informationen zur aktuellen Lage sammelt und an die Missionsführung weitergibt.

Alltag im Camp

Der Auslandseinsatz bedeutet für die Soldatinnen und Soldaten mehrere Monate fern von Familie und Freunden. Im Camp leben laut ORF rund 1.000 Angehörige verschiedener Nationen. Die österreichischen Kräfte sind in Containerunterkünften untergebracht, die nach heimischen Städten benannt sind. Durch den österreichischen Bereich führt etwa eine „Schönbrunn Avenue“.

Auch die Sicherheitsvorkehrungen sind streng. Besucherinnen und Besucher müssen ihre Mobiltelefone am Eingang abgeben, zudem werden die Reisepässe kontrolliert. Im Inneren gleicht das Lager einer kleinen Stadt mit Cafés, Restaurants und sogar einer eigenen Postleitzahl.

Die internationale Zusammenarbeit prägt den täglichen Dienst. Soldaten unterschiedlicher Staaten arbeiten eng miteinander, Englisch ist die Hauptsprache. Unterschiedliche Uniformen, militärische Strukturen und Dienstgrade können besonders für neu angekommene Soldaten zunächst ungewohnt sein.

Österreich auch bei UNMIK

Neben KFOR ist Österreich weiterhin bei der UN-Mission UNMIK im Kosovo vertreten. Laut aktueller Übersicht des Bundesheeres ist dort derzeit eine österreichische Person eingesetzt. Zu den Aufgaben zählen unter anderem Verbindungs- und Koordinierungstätigkeiten sowie militärische Beratung.

Militärbeobachterin Cornelia Lauschmann arbeitet dabei mit Offizieren aus verschiedenen Staaten zusammen, darunter Jordanien, Nepal und die Türkei. Die multinationalen Teams sind regelmäßig im Land unterwegs und sammeln Informationen über die aktuelle Situation.

Wie lange bleibt Österreich?

Die Sicherheitslage im Kosovo hat sich zuletzt stabilisiert. Die NATO kündigte im Juni 2026 deshalb an, die Stärke und Aufstellung von KFOR im Laufe eines Jahres schrittweise anzupassen. Die weitere Entwicklung soll jedoch von der tatsächlichen Lage vor Ort abhängig bleiben.

Oberstveterinär Karl Bauer, der seit rund 20 Jahren regelmäßig für das Bundesheer im Kosovo im Einsatz ist, sieht weiterhin Herausforderungen. Er verweist unter anderem auf die politische, religiöse und ethnische Zusammensetzung des Landes sowie auf die weitere Entwicklung in Bereichen wie Demokratie, Recht und Wirtschaft. Die Situation erinnere ihn in mancher Hinsicht an Österreich in den 1960er- und 1970er-Jahren.

Wann der österreichische Einsatz tatsächlich endet, ist derzeit offen. Die Beteiligung werde laufend bewertet, erklärte der stellvertretende Kontingentskommandant Michael König. Auch nach mehr als 27 Jahren gibt es damit derzeit keinen konkreten Termin für einen vollständigen österreichischen Abzug aus dem Kosovo.

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KO KOSMO-Redaktion
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