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Filmkontroverse

„Mein letzter großer Schlag“: Zafranović über seinen Film „Djeca Kozare“

„Mein letzter großer Schlag“: Zafranović über seinen Film „Djeca Kozare“
(FOTO: WikiMedia Commons / Přemysl Otakar)
3 Min. Lesezeit |

Ein Film über Jasenovac, ein umstrittenes Plakat und Boykottgerüchte – Belgrads Filmfestival startet mit einem brisanten Auftakt.

Der neue Film von Lordan Zafranović, „Zlatni rez ’42 – Djeca Kozare“, hat am 2. Oktober das 53. Belgrader Filmfestival FEST eröffnet. Das Werk thematisiert das Schicksal von Kindern und anderen Opfern im System der Ustaša-Lager während des Zweiten Weltkriegs, insbesondere Jasenovac. Bereits vor der Premiere hatte der Film heftige Debatten ausgelöst – unter anderem über historische Darstellungen, ein umstrittenes Werbemotiv und die politische Instrumentalisierung des Stoffes.

Im Mittelpunkt stehen Kinder aus der Kozara-Region, die 1942 von ihren Familien getrennt und in Lager sowie an andere Orte im Gebiet des damaligen Unabhängigen Staates Kroatien deportiert wurden. Das Drehbuch geht auf eine Fassung von Arsen Diklić und Lordan Zafranović aus dem Jahr 1986 zurück. Kontroversen löste unter anderem ein in der Werbung verwendetes historisches Foto aus, dessen tatsächlicher Ursprung von kroatischen Medien infrage gestellt wurde. Auch über die historische Darstellung des Ustaša-Regimes wurde bereits vor der Premiere kontrovers diskutiert.

Boykott-Debatte

Vor der Premiere hatte es widersprüchliche Berichte über das Fernbleiben mehrerer kroatischer Schauspieler gegeben. Zunächst hieß es, Drohungen aus ultrarechten Kreisen seien der Grund. Rene Bitorajac widersprach jedoch ausdrücklich der Darstellung, dass ihm persönlich gedroht worden sei. Gleichzeitig erklärte er, kroatische Schauspieler wollten sich nicht an einer politischen Instrumentalisierung des Films beteiligen.

Auch Leon Lučev erklärte, ihm sei nicht gedroht worden. Seine Abwesenheit begründete er mit bereits zuvor übernommenen beruflichen Verpflichtungen. Zugleich solidarisierte er sich mit jenem Teil der serbischen Filmszene, der das diesjährige FEST boykottiert. Der Boykott richtet sich dabei gegen die politische und institutionelle Entwicklung des Festivals und ist von der Debatte um den Film selbst zu unterscheiden.

Schwierige Finanzierung

Die Finanzierung des Projekts zog sich über viele Jahre hin. Zu den öffentlich bekannten Förderungen zählen rund 255.000 Euro vom Filmzentrum Serbiens sowie 200.000 Konvertible Mark (etwa 102.000 Euro) von der Regierung der Republika Srpska. Darüber hinaus waren mehrere Produktionspartner an der Realisierung beteiligt. Zafranović bezeichnete das Werk als seinen „abschließenden Schlag“ und als ein Projekt, in das er über Jahrzehnte große Teile seiner Arbeit investiert habe.

„Mir ist wichtig, dass ein zeitgenössischer Film über die heutige Zeit entsteht, über den Zustand des Geistes und die Gefahren, die über Nacht eintreten können“, erklärte Zafranović über sein Werk. Unterstützung erhielt das Projekt unter anderem von Patriarch Porfirije, der bereits während der Entstehung zur Unterstützung des Films aufgerufen hatte. Nach der Belgrader Premiere wurde „Zlatni rez ’42 – Djeca Kozare“ am 3. Oktober auch in Banja Luka vor Publikum gezeigt.

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KO KOSMO-Redaktion
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