6,30 Euro täglich und plötzlich wird ein Parkplatz zum Politikum. Dornbirner Schüler kämpfen gegen eine Gebühr, die ihren Alltag verändert.
Seit rund einem Monat gilt auf dem Parkplatz bei der Dornbirner Birkenwiese eine Tagesgebühr von 6,30 Euro – und die stößt bei Schülerinnen und Schülern der umliegenden Bildungseinrichtungen auf deutlichen Widerstand. Betroffen ist etwa ein Drittel der rund 1.400 Schülerinnen und Schüler der HTL sowie des Sportgymnasiums Dornbirn, die den Parkplatz regelmäßig nutzen.
Als Reaktion auf die neue Regelung haben die Jugendlichen eine Petition ins Leben gerufen, mit der sie die Rückkehr zu kostenfreien Stellplätzen fordern. Bislang haben sich 160 Personen hinter das Anliegen gestellt. Besonders für jene, die aus dem Bregenzerwald oder dem Montafon anreisen, sei die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel kaum eine realistische Alternative, heißt es aus dem Kreis der Betroffenen.
Bürgermeister lehnt ab
Bürgermeister Markus Fassler zeigte sich zwar grundsätzlich erfreut über das politische Engagement der Schülerinnen und Schüler, erteilte deren Kernforderung jedoch eine klare Absage. Wie aus seinem Umfeld verlautete, könne er sich weder ein Ende der Parkgebühr noch Ermäßigungen für die betroffenen Jugendlichen vorstellen. Die Entscheidung zur Bewirtschaftung des Parkplatzes sei bereits vor Jahren gefallen.
Fassler verwies zudem auf das bestehende öffentliche Verkehrsangebot: Ein Bus halte direkt vor den Schulen, der nächste Bahnhof sei fußläufig in wenigen Minuten erreichbar.
Debatte über Mobilität
Die neu eingeführte Gebühr hat unter den Schülerinnen und Schülern eine breitere Debatte über Mobilität und finanzielle Zumutbarkeit ausgelöst – insbesondere für Familien, die außerhalb Dornbirns wohnen und auf das Auto angewiesen sind. Vor allem Jugendliche aus dem Bregenzerwald und dem Montafon sehen sich durch die eingeschränkten Alternativen im öffentlichen Verkehr in einer schwierigen Lage.
Die Petition ist Ausdruck eines wachsenden Unmuts, der sich gegen eine Stadtpolitik richtet, die auf eine Lenkungswirkung hin zum öffentlichen Nahverkehr setzt – ohne dabei, so die Kritik, die Lebensrealitäten aller Betroffenen ausreichend zu berücksichtigen.