Drei Millionen Euro fehlen – und 25.000 Schüler spüren die Folgen. Steirische Musikschulen stehen vor einer ungewissen Zukunft.
Die steirischen Musikschulen müssen künftig ohne die vorgesehenen Ausgleichszahlungen in Höhe von mehr als drei Millionen Euro auskommen.
Von dieser Entscheidung sind rund 25.000 Schülerinnen und Schüler betroffen. Besonders unter Druck geraten die 30 Trägergemeinden, die für den laufenden Betrieb der Schulen zuständig sind. In Zeltweg etwa reißt der Wegfall eine Lücke von mehr als 300.000 Euro in den Gemeindehaushalt.
Massiver Schlag
Robert Ederer, Vorsitzender des Fachverbandes der Musikschul-Direktoren, nennt die Kürzungen einen „massiven Schlag ins Gesicht“. Dabei hatte es zuvor noch anerkennende Worte für Bildungslandesrat Stefan Herrmann von der FPÖ gegeben – die Sparvorgaben kamen für viele ohne Vorwarnung.
Die Gemeinden, die ohnehin mit angespannten Budgets wirtschaften, sehen sich außerstande, den Ausfall zu kompensieren. Das bestätigt Martin Ozimic, Geschäftsführer des Gemeindebundes. Die Fördergelder waren fest in die Finanzplanung eingerechnet worden, ihr Wegfall verschärft die wirtschaftliche Situation erheblich. Ederer warnt zudem, dass dadurch bestehende Strukturen und Dienstverträge ins Wanken geraten könnten.
Rechnungshof prüft
Bildungslandesrat Herrmann rechtfertigt den Schritt als unausweichliche Konsequenz der Budgetkonsolidierung. Intern galt die Entscheidung als alternativlos. Parallel dazu prüft der Bundesrechnungshof derzeit die Musikschullandschaft in der Steiermark, um Potenzial für Effizienzgewinne auszuloten.
Der Verband der Musikschul-Direktoren setzt seine Hoffnungen unterdessen auf ein verbindliches Fördergesetz, das langfristig Planungssicherheit für die Musikschulen schaffen soll.