Ein mit Getreide beladener Güterzug des Transportunternehmens Transagent ist heute Morgen um 9.25 Uhr beim Einfahren in den Bahnhof Meja bei Rijeka entgleist. Elf Waggons stürzten dabei in eine Schlucht, die Lokomotive sowie zwei weitere Waggons kamen im Bahnhofsbereich zum Stillstand. Verletzte gab es keine.
Versagen der Bremsen
Noch vor dem Unglück hatte der Lokführer über Funk Alarm geschlagen. Damir Loncaric, Vorstandsvorsitzender von HZ Infrastruktura, schilderte den Hergang: „Der Lokführer meldete sich beim Dispatcher und teilte mit, dass er nicht bremsen könne – die Bremsen hätten versagt. Kurz darauf kam es zur Entgleisung.“ Der Bahnhof wurde umgehend für den gesamten Zugverkehr gesperrt, die Bergungsarbeiten wurden bereits eingeleitet, ein Ende ist derzeit nicht absehbar.
#BREAKING A freight train carrying grain derailed near Rijeka, Croatia, on Saturday morning, with 11 wagons plunging into a ravine. No injuries were reported, Croatian railway infrastructure company says. https://t.co/VJPwlwvVns
— The National Independent (@NationalIndNews) October 10, 2026
HZ Infrastruktura hat für die Dauer der Sperrung einen Ersatzverkehr zwischen Rijeka und Plase eingerichtet. Die Schäden an der Infrastruktur seien erheblich, eine Normalisierung des Betriebs sei vorerst nicht in Sicht.
Kritik an Transagent
Der Vorfall hat umgehend eine Debatte über die Sicherheitsstandards privater Eisenbahnunternehmen in Kroatien ausgelöst. Loncaric appellierte öffentlich an die Branche: „Ich würde die Transportunternehmen dringend auffordern, ihre Waggons und Lokomotiven ernsthafter und gründlicher zu überprüfen.“
Noch deutlichere Worte fand Nenad Mrgan, Vorsitzender der Gewerkschaft der Lokführer Kroatiens. Er übte scharfe Kritik an Transagent und sprach von einem Muster: „Ein unverantwortlicher Lokführer, ein unverantwortliches Unternehmen – Transagent passiert das bereits im zweiten Jahr in Folge.“ Mrgan stellte damit die grundsätzliche Betriebssicherheit des Unternehmens infrage und forderte konsequente Konsequenzen.