Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Energiespartipp

Heizen mit der Klimaanlage: Lohnt es sich?

Heizen mit der Klimaanlage: Lohnt es sich?
(Foto: Pexels)
4 Min. Lesezeit |

Die Klimaanlage kann auch an kühlen Herbsttagen nützlich sein: Geräte mit Heizfunktion wärmen Räume in der Übergangszeit effizient. Ob das günstiger ist als die vorhandene Heizung, hängt allerdings von mehr als der richtigen Einstellung ab.

Wenn es draußen kühler wird, muss nicht immer gleich die gesamte Zentralheizung laufen. Eine Split-Klimaanlage mit Heizfunktion kann eine Alternative sein, etwa wenn zunächst nur ein einzelner Raum Wärme benötigt. Solche Geräte arbeiten als Luft-Luft-Wärmepumpen: Sie entziehen der Außenluft Wärme und geben sie im Innenraum ab.

Die häufig genannte Inverter-Technik ermöglicht es, die Leistung des Verdichters an den Bedarf anzupassen. „Inverter“ allein bedeutet jedoch nicht, dass ein Klimagerät auch heizen kann. Ob eine Heizfunktion vorhanden ist und für welche Außentemperaturen sie vorgesehen ist, steht in den Herstellerunterlagen.

Wann sich Heizen lohnt

Gerade bei milden Außentemperaturen können geeignete Anlagen effizient arbeiten. Ob damit auch die Heizkosten sinken, hängt vom Strompreis, der tatsächlichen Effizienz und dem bisherigen Heizsystem ab. Eine pauschale Empfehlung, die Zentralheizung auszuschalten und stattdessen die Klimaanlage zu verwenden, wäre deshalb irreführend.

Auch die Größe und Dämmung des Raumes spielen eine Rolle. Ein einzelnes Innengerät erwärmt nicht automatisch die gesamte Wohnung gleichmäßig. Zudem übernimmt eine übliche Split-Klimaanlage nicht die Warmwasserbereitung.

Die richtige Einstellung

Wählen Sie zum Heizen ausdrücklich den HEAT-Modus, der häufig durch ein Sonnensymbol gekennzeichnet ist. Damit vermeiden Sie, dass die automatische Betriebsartenwahl bei wechselnden Temperaturen zwischen Heizen und Kühlen umschaltet.

Stellen Sie anschließend die tatsächlich gewünschte Raumtemperatur ein. Rund 20 bis 21 Grad können im Wohnraum ein Ausgangspunkt sein; die passende Einstellung hängt von Nutzung und persönlichem Wärmebedürfnis ab. Eine besonders hohe Temperaturvorgabe ist kein verlässlicher Trick zum schnelleren Aufheizen und kann dazu führen, dass unnötig lange oder zu stark geheizt wird.

Für die Luftverteilung kann die automatische Ventilatorregelung sinnvoll sein. Sie ist von der automatischen Wahl zwischen Heiz- und Kühlbetrieb zu unterscheiden. Bei wandmontierten Innengeräten hilft es häufig, den warmen Luftstrom nach unten zu richten. Beachten Sie dabei die Bedienungsanleitung und vermeiden Sie einen unangenehmen Luftzug direkt auf Personen.

Durchlaufen oder ausschalten?

Während ein Raum genutzt wird, sollte die Anlage nicht ständig manuell ein- und ausgeschaltet werden. Lassen Sie die Regelung die Leistung an den Wärmebedarf anpassen. Ein gleichmäßiger Betrieb kann effizient sein und Temperaturschwankungen verringern.

Dauerbetrieb ist trotzdem nicht automatisch die günstigste Lösung. Bei längerer Abwesenheit kann eine niedrigere Solltemperatur oder eine zeitgesteuerte Heizpause sinnvoll sein. Welche Einstellung passt, hängt vom Gerät, dem Gebäude und der Dauer der Abwesenheit ab. Orientieren Sie sich an den Herstellerempfehlungen.

Filter sauber halten

Verschmutzte Filter behindern den Luftstrom und können die Leistung beeinträchtigen. Kontrollieren und reinigen Sie sie deshalb nach Herstellerangaben. Nicht jeder Filter darf gewaschen werden; manche Filterelemente müssen ausgetauscht werden.

Auch die Luftwege an Innen- und Außengerät sollten frei bleiben. Möbel, Vorhänge oder andere Hindernisse dürfen den Luftstrom nicht blockieren. Die Filterpflege ersetzt außerdem keine fachgerechte Wartung.

Heizkosten richtig vergleichen

Für einen sinnvollen Vergleich zählt, wie viel eine Kilowattstunde nutzbare Wärme kostet. Ein vereinfachtes Rechenbeispiel: Kostet Strom 30 Cent je Kilowattstunde und liefert die Anlage unter den jeweiligen Betriebsbedingungen drei Kilowattstunden Wärme je Kilowattstunde Strom, kostet die Wärme rechnerisch etwa zehn Cent je Kilowattstunde.

Das ist keine Verbrauchsprognose und kein aktueller Tarifvergleich. Die tatsächliche Effizienz verändert sich mit Außentemperatur, Gerät und Betrieb. Anschaffungs- und Wartungskosten kommen gegebenenfalls hinzu. Für den Vergleich mit der vorhandenen Heizung müssen auch deren Energiepreis und Wirkungsgrad berücksichtigt werden.

Eine bereits vorhandene Klimaanlage mit Heizfunktion kann in der Übergangszeit sinnvoll sein. Wer sie gezielt einsetzt, eine passende Raumtemperatur wählt und auf freie Luftwege achtet, schafft gute Voraussetzungen für einen effizienten Betrieb.

Ob daraus eine finanzielle Ersparnis entsteht, zeigt erst der Vergleich mit dem eigenen Heizsystem.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen