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Kurioses Gastgeschenk

Deutscher Bundespräsident besucht Erdogan – und bringt Döner mit

Deutscher Bundespräsident besucht Erdogan – und bringt Döner mit
(FOTO: EPA-EFE/HANNIBAL HANSCHKE/iStock/ Kesu01
2 Min. Lesezeit |

Wenn Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier demnächst seinen Antrittsbesuch in der Türkei absolviert, trägt er nicht nur die Botschaft einer langjährigen Völkerverbindung im Herzen, sondern auch einen Berliner Döner-Spieß im Gepäck. Im Beisein von Arif Keles, einem Döner-Imbiss-Betreiber aus Berlin, soll der kulinarische Botschafter bei einem Staatsempfang am Bosporus für Verbindung sorgen.

Kulinarische Diplomatie

Die Reise, die am Montag beginnt, wird von der Tiefkühltruhe des Keles’schen Familienbetriebs symbolisch begleitet: Ein Dönerspieß, tiefgefroren für die diplomatische Mission. Keles, dessen Großvater einst als Arbeitsmigrant nach Deutschland kam und 1986 den Grundstein für das Familienunternehmen legte, sieht seine Teilnahme als Ehrengast als große Wertschätzung – eine Wertschätzung, die über Generationen hinweg reicht. „Ich sehe es als große Wertschätzung, dass ich mit auf die Reise darf“, teilt Keles mit.

Verschiedene Programmpunkte

Weit mehr als ein Routinetermin prägt Steinmeiers Agenda: Begegnungen mit Menschen, die eine Migrationsgeschichte aufweisen und Akteuren der Zivilgesellschaft stehen im Vordergrund. Als deutliches Zeichen startet der Besuch nicht in der Hauptstadt Ankara, sondern in Istanbul, wo Steinmeier den Bürgermeister Ekrem Imamoglu trifft – ein Signal für den Dialog abseits der offiziellen Regierungsebene. Die Reise führt weiter zu Erdbeben-Überlebenden in Gaziantep, nahe der syrischen Grenze.

Deutsches Nationalessen

Die späte Begegnung mit Präsident Erdogan am Ende des Besuchs könnte zwar alte Differenzen wieder aufleben lassen, doch Steinmeier setzt ein anderes Signal: Es geht um die Wertschätzung der Lebensleistung von Deutsch-Türken, die nicht nur auf politischer Ebene, sondern vor allem zwischen den Menschen besteht. „Der Döner ist ja inzwischen so eine Art deutsches Nationalessen geworden“, erklärt ein Berater Steinmeiers, und unterstreicht damit die migrantische Erfolgsgeschichte, die Keles verkörpert.

Ein gemischtes Verhältnis

Die Reise des Bundespräsidenten ist auch eine Botschaft kurz vor dem 75. Geburtstag der Bundesrepublik: Die Betonung des Beitrags türkischer Einwanderer zur deutschen Gesellschaft. Doch unter der Oberfläche diplomatischer Gesten bleibt die komplexe Beziehung zwischen Deutschland und der autokratisch regierten Türkei unter Erdogan bestehen. Neben wirtschaftlichen Verbindungen sind politische Spannungen, wie die Unterstützung der Hamas durch Erdogan oder die Kritik an Defiziten in Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, weiterhin aktuell.

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KO KOSMO-Redaktion
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