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Steuerausgleich

Ab Juli: Bis zu 500 Euro weniger Rückzahlung bei der Lohnsteuer

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(FOTO: iStock)

In Österreich verzichten noch immer Millionen von Arbeitnehmern darauf, ihren Steuerausgleich selbst einzureichen. Durch die automatische Veranlagung ab Juli könnten sie jedoch bis zu 500 Euro an Steuergutschrift verlieren.

Bis Ende Juni 2024 müssen alle Arbeitnehmer, die zur Pflichtveranlagung verpflichtet sind, ihren Steuerausgleich elektronisch beim Finanzamt einreichen. Ab Juli wird für alle Arbeitnehmer, die nicht zur Pflichtveranlagung gehören, automatisch ein Steuerausgleich durchgeführt, sofern kein eigener Antrag gestellt wird. Diese automatische Veranlagung bedeutet jedoch im Durchschnitt einen Verlust von fast 500 Euro an Steuergutschrift!

Zudem bietet die neue Steuer-App auch dieses Jahr die Möglichkeit, den Steuerausgleich innerhalb weniger Minuten direkt am Smartphone durchzuführen.

500 Euro Verlust

Ab Juli tritt in Österreich die antragslose Arbeitnehmerveranlagung in Kraft, die Millionen von Menschen betrifft. Konkret betrifft dies Bürger, die bis zum 30. Juni keinen Lohnsteuerausgleich beim Finanzamt eingereicht haben, was im vergangenen Jahr fast 1,8 Millionen Menschen betraf.

Für diese Personen wird ab dem 1. Juli automatisch ein Steuerausgleich erstellt. Dabei werden jedoch keine absetzbaren Kosten wie Sonderausgaben und Werbungskosten berücksichtigt, es sei denn, diese Informationen liegen bereits dem Bundesministerium für Finanzen vor. Die durchschnittliche Rückerstattung beträgt daher in diesem Jahr etwa 400 Euro pro Person (im Vorjahr waren es 277 Euro).

Im Gegensatz dazu können Personen, die ihren Steuerausgleich eigenständig eingereicht haben, mit einer durchschnittlichen Rückerstattung von über 900 Euro rechnen. Das bedeutet fast 500 Euro mehr als bei der automatischen Veranlagung.

Im letzten Jahr betrug die Differenz noch 437 Euro, wobei die durchschnittliche Rückerstattung bei 748 Euro lag. Bei der automatischen Veranlagung erhielt jeder im Durchschnitt nur 277 Euro zurück.

Automatischer Steuerausgleich

Falls ein automatischer Steuerausgleich ab dem 1. Juli durchgeführt wurde, kann dieser durch einen eigenen Antrag einfach „überschrieben“ oder ersetzt werden. Dies bietet den Vorteil, dass auch nachträglich noch steuermindernde Ausgaben wie Werbungskosten und Sonderausgaben geltend gemacht werden können, was in der Regel zu einer höheren Rückerstattung führt.

Für das Jahr 2023 sind bereits erhöhte Absetzbeträge aufgrund der inflationsbedingten Anpassung in Kraft, darunter der Familienbonus von bis zu 2.000 Euro pro Kind. Dadurch steigt die durchschnittliche Steuerrückerstattung für dieses Jahr ebenfalls spürbar an.