Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Abzocke

Achtung auf diesem Parkplatz: Mann fotografiert und ruft sofort den Abschleppdienst

Achtung auf diesem Parkplatz: Mann fotografiert und ruft sofort den Abschleppdienst
(FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Ein Parkplatz in Wien-Floridsdorf entwickelt sich zur teuren Falle. Mehrere Autofahrer berichten von identischen Abläufen und 400-Euro-Strafen nach nur wenigen Minuten Parkzeit.

In der Wien-Floridsdorfer Angyalföldstraße sorgt ein Parkplatz weiterhin für erheblichen Ärger bei Autofahrern. Wie bereits berichtet, häufen sich dort Strafzahlungen in Höhe von 400 Euro. Das rigorose Vorgehen gegen vermeintliche Falschparker setzt sich offenbar unverändert fort. Ein Betroffener schilderte der Krone nun die mutmaßliche Vorgehensweise.

📍 Ort des Geschehens

Der Floridsdorfer Stephan P. stellte am 18. Mai sein Fahrzeug in der Angyalföldstraße ab, ohne zu ahnen, welche finanziellen Konsequenzen dies haben würde. Er ist nicht der einzige Betroffene: Auch Bezirksbewohner Stefan F. geriet in dieselbe Situation – am identischen Tag, lediglich 20 Minuten vor Stephan P. Beide sollen nun jeweils 400 Euro entrichten – sowohl für das angebliche Falschparken als auch für den umgehend verständigten Abschleppdienst.

Stefan F. berichtet einen ähnlichen Ablauf wie im ersten Fall: Er eilte zur angrenzenden Bäckerei und kehrte bereits nach vier Minuten zu seinem Wagen zurück. Diese kurze Zeitspanne reichte offenbar aus, um sein Fahrzeug zu fotografieren und einen Abschleppdienst anzufordern. Einige Wochen später erhielt F. eine Zahlungsaufforderung. Er weigert sich jedoch, die Strafe zu begleichen und möchte die Vorwürfe nicht akzeptieren.

Rechtliche Schritte

Ein Rechtsanwalt verfasste ein Schreiben und forderte die Parkplatzbetreiber auf, die Strafzahlung zurückzunehmen. Auf den angebrachten Hinweisschildern werde nicht spezifiziert, auf welche Geschäfte sich die zweistündige Parkdauer beziehe. Sein Mandant Stefan F. habe schließlich eines der Geschäfte – die Bäckerei – aufgesucht. Ob dieser Einspruch Erfolg haben wird, erscheint zweifelhaft. F. erwähnt, dass seinen Schwiegereltern am selben Ort Gleiches widerfahren sei, diese hätten allerdings die Strafe bezahlt.

Als Betreiberin des Parkplatzes in der Angyalföldstraße 101 fungiert die W 17 Immobilien GmbH, die bereits in der Vergangenheit durch ähnliche Vorfälle an diesem Standort aufgefallen ist. Die Firma versendet nicht nur die Zahlungsaufforderungen, sondern beauftragt auch den Abschleppdienst und fordert Betroffene zusätzlich zur Unterzeichnung einer Unterlassungserklärung auf.

Der Verein für Konsumentenschutz warnt vor den rechtlichen Risiken: Da der Parkplatz als Privatgrund ausgeschildert ist, wird Besitzstörung als rechtliche Grundlage herangezogen. Die Gefahr einer Besitzstörungsklage vor Gericht sei hoch, wodurch die geforderte Zahlung im Vergleich zu einem Gerichtsverfahren als günstiger erscheint.

Gezielte Überwachung

Nach Veröffentlichung des Krone-Artikels und aufgrund der auffälligen Parallelen zwischen beiden Vorfällen verschaffte sich Stefan F. vor Ort einen Eindruck. Im Gespräch mit Angestellten eines der Geschäfte in der Angyalföldstraße erfuhr er, dass regelmäßig ein Mann in einem Fahrzeug warte. Dieser ziele gezielt auf Kunden ab, die die Bäckerei besuchen. Sobald die Personen das Geschäft betreten, fahre er zum abgestellten Wagen, fertige ein Foto an und leite dieses weiter, berichteten die Mitarbeiter.

Dies würde erklären, weshalb Besucher bereits nach wenigen Minuten mit einem Strafzettel rechnen müssen.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen