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AUFARBEITUNG

Als der Tod zum Alltag wurde – 30 Jahre seit der Belagerung von Sarajevo (VIDEO)

Sarajevobelagerung
Vor 27 Jahren hat die Belagerung von Sarajevo begonnen. Die roten Bemalungen des Asphalts sollen an die schweren Zeiten erinnern. (Foto: zVg.)

In der Nacht vom 4. auf den 5. April haben proserbische Kräfte den Flughafen von Sarajevo eingenommen. Damit wurde die Stadt eingekesselt. Während der Belagerung starben etwa 11.541 Menschen. 

Vor 30 Jahren begann der Krieg in Bosnien-Herzegowina. Sarajevo wurde zum Symbol für das Leiden unschuldiger Menschen. Die Hölle dauerte 1425 Tage. Damit fand die längste Belagerung einer Stadt in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg statt. Viel wurde über die Heckenschützenallee oder die improvisierten Friedhöfe in Parks und auf Sportplätzen geschrieben.

In der Nacht auf den 5. April 1992 war durch die Einnahme des Flughafens Ilidža durch die Armee der Krieg in Sarajevo angekommen. Am ersten Tag wurden Demonstrationen für den Frieden abgehalten. Tausende Bürger Sarajevos sind auf die Straßen hinaus gegangen und haben zu Brüderlichkeit und Einheit appelliert. Als Reaktion auf die Menschenmassen wurden Schüsse in die Menge gefeuert. Die ersten Opfer waren Suada Dilberović und Olga Sučić. (KOSMO berichtete)

In den Hügeln rund um Sarajevo waren 120 Mörser und 250 Panzer der JNA stationiert, die später in die Hände der Armee der Republika Srpska fielen. Die Bürger Sarajevos mussten ohne Nahrung, Wasser, Elektrizität und anderen Energiequellen jahrelang auskommen. Der Feind war in den Bergen der Stadt und zögerte nicht, auf Zivilisten zu schießen und schreckte nicht einmal von Kindern zurück. Die erschreckende Bilanz beläuft sich auf 11. 541 getötete Menschen, davon 1.600 Kinder. Mehr als 50.000 Personen haben Verletzungen davon getragen.

Sarajevo steht repräsentativ für die Lage im gesamten Land. Jährlich wird an die kriegerischen Ereignisse der 90er Jahre erinnert. Doch an der katastrophalen Situation der Menschen wird kaum was geändert. Weder die EU noch die USA konnten mit ihren Diplomaten und Experten etwas bewirken. Ein Schritt, sowohl der Politiker als auch der Bevölkerung, muss in die richtige Richtung gesetzt werden. Denn ohne Aufarbeitung der Vergangenheit wird die Zukunft des Landes weiter in die Krise abrutschen.

Videos von der Belagerung findet ihr auf der zweiten Seite!

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