Ein bekannter Kabarettist, ein Missbrauchsvorwurf und eine Erpressung über fast 190.000 Euro – der Fall erschüttert Österreich.
Günther Paal, dem österreichischen Publikum als Kabarettist unter dem Künstlernamen „Gunkl“ bekannt, steht im Mittelpunkt eines schwerwiegenden Missbrauchsskandals. Er hat eingeräumt, sexuelle Handlungen an einem fünfjährigen Mädchen vorgenommen zu haben.
Im Zentrum des Falls stehen neben dem Kabarettisten auch eine 42-jährige Frau sowie deren 62-jährige Mutter, die Paal laut Anklage systematisch erpresst haben sollen. Die Forderungen der beiden Frauen beliefen sich demnach auf knapp 190.000 Euro.
Rechtliche Lage
Anklagen wurden sowohl gegen Paal als auch gegen die beiden Frauen erhoben, allerdings sind diese bislang nicht rechtskräftig. Noch vor der Übergabe der letzten Geldtranche erstattete Paal Selbstanzeige. Die 42-jährige Frau wurde am 30. Juni bei einer geplanten Übergabe in Wien festgenommen.
Das geforderte Geld sollte offenbar das Schweigen über den begangenen Missbrauch erkaufen. Paals Anwalt Florian Hollwarth betonte dabei, dass es sich um einen einmaligen Vorfall gehandelt habe.
Hintergrund der Bekanntschaft
Die Bekanntschaft zwischen Paal und den beiden Frauen geht laut Angaben seines Anwalts rund zehn Jahre zurück – sie hatten sich damals auf eine Anzeige gemeldet und waren als Sexarbeiterinnen tätig. Was zunächst als geschäftlicher Kontakt begann, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu immer weiter wachsenden finanziellen Forderungen.
Paal selbst blieb trotz der gegen ihn erhobenen Vorwürfe auf freiem Fuß, während die beiden Frauen aufgrund von Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft genommen wurden. Das betroffene Mädchen sowie sein Bruder befinden sich derzeit in der Betreuung der Wiener Kinder- und Jugendhilfe. Deren Sprecherin Ingrid Poschmann erklärte: „Es geht ihnen gut.“