Österreichs Arbeitsmarkt sendet widersprüchliche Signale – und eine Gruppe trägt die Last des Anstiegs allein.
In Österreich setzt sich der Aufwärtstrend bei der Arbeitslosigkeit fort. Wie aus aktuellen AMS-Daten hervorgeht, waren im April insgesamt 398.342 Personen entweder ohne Beschäftigung oder befanden sich in Schulungsmaßnahmen – das entspricht einem Zuwachs von 5.711 Personen beziehungsweise 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die nationale Arbeitslosenquote kletterte damit um 0,1 Prozentpunkte auf 7,5 Prozent.
Zugleich zeichnet sich am Arbeitsmarkt eine leichte Belebung ab: Der Zugang an neu gemeldeten offenen Stellen legte um 5,9 Prozent zu. Arbeitsministerin Korinna Schumann kündigte an, trotz des allgemeinen Spardrucks gezielte Maßnahmen zur Stärkung des Arbeitsmarkts umsetzen zu wollen. „Niemand darf zurückgelassen werden“, erklärte die Ministerin laut einer offiziellen Mitteilung.
Zuwachs bei Frauen
Den AMS-Daten zufolge entfällt der gesamte Anstieg im April auf Frauen. AMS-Chef Johannes Kopf erläuterte am Montag die Hintergründe: „Während der Bau rückläufige Arbeitslosenzahlen aufweist und auch die Industriearbeitslosigkeit sich weitestgehend stabilisiert hat, steigt die Arbeitslosigkeit im Handel und im Gesundheits- und Sozialwesen, also in zwei Bereichen, in denen überwiegend Frauen beschäftigt sind, noch deutlich.“ Konkret erhöhte sich die Zahl der vorgemerkten Frauen einschließlich Schulungsteilnehmerinnen um 4,9 Prozent, während bei den Männern ein Rückgang von 1,6 Prozent verzeichnet wurde.
Diese Entwicklung setzt einen Trend fort, der sich bereits in den Vormonaten abzeichnete: Im Jänner 2026 stieg die Zahl der arbeitslosen oder in Schulung befindlichen Frauen um 7,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während sie bei Männern um 1,9 Prozent anstieg. Im Februar 2026 betrug der Anstieg bei Frauen 6,6 Prozent, bei Männern lediglich 0,5 Prozent.
Langzeitarbeitslosigkeit steigt
Als besonders drängend erweist sich derzeit die Situation jener Menschen, die bereits über einen längeren Zeitraum ohne Arbeit sind. Ende April belief sich deren Zahl auf 103.322 Personen – ein Anstieg von 13,3 Prozent. Auch die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit verlängerte sich, und zwar um zehn Tage auf nunmehr 134 Tage.
Parallel zu diesen Entwicklungen mehren sich die Signale einer konjunkturellen Erholung. Die Zahl der unselbständig Beschäftigten stieg im Jahresvergleich schätzungsweise um 23.000 auf knapp 3,96 Millionen Beschäftigungsverhältnisse.