66 km/h auf einer Wiener Einkaufsstraße – eine Razzia legt erschreckende Zustände im E-Scooter-Verkehr offen.
Eine groß angelegte Kontrollaktion der Gruppe Sofortmaßnahmen in Wien-Wieden und Wien-Mariahilf hat gravierende Missstände im E-Scooter-Verkehr zutage gebracht. Von insgesamt 69 überprüften Fahrzeugen wiesen 13 technische Manipulationen auf – die Fahrzeuge waren dadurch weit über dem erlaubten Tempolimit unterwegs. Der höchste gemessene Wert lag bei 66 km/h, mitten im städtischen Straßenverkehr. In Österreich sind für E-Scooter maximal 25 km/h erlaubt – das gemessene Tempo lag damit mehr als zweieinhalbfach darüber.
Für sämtliche betroffenen Lenker wurde noch an Ort und Stelle ein Fahrverbot ausgesprochen. Darüber hinaus standen zwei Fahrer im Verdacht, ihr Fahrzeug unter dem Einfluss von Suchtmitteln gelenkt zu haben. Eine weitere Person wurde festgenommen: Sie hielt sich ohne gültige Aufenthaltsberechtigung in Österreich auf und war mit einem gestohlenen E-Scooter unterwegs. Die Beamten stellten einen Bolzenschneider sowie ein aufgebrochenes Schloss sicher.
Wirtschaftliche Delikte
Neben den verkehrsrechtlichen Verstößen kamen bei der Aktion auch wirtschaftliche Delikte ans Licht. Zwei Personen wurden wegen unbefugter Gewerbeausübung angezeigt, vier weitere wegen Schwarzarbeit. Zusätzlich wurde ein offener Geldbetrag eingehoben.
Walter Hillerer, Leiter der Gruppe Sofortmaßnahmen, äußerte sich klar zur Lage: „Manipulierte Geschwindigkeiten von bis zu 66 km/h auf einer Einkaufsstraße und das Fahren unter Drogen sind verantwortungslos und grob fahrlässig. Sie stellen ein enormes Sicherheitsrisiko für die Lenker sowie für andere Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer dar. Solche Schwerpunktaktionen gemeinsam mit der Wiener Polizei, der ich für die gute Zusammenarbeit danke, bleiben daher auch künftig ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit.“