Österreichs Fußballer stehen in Europa vor wegweisenden Abenden – mit großen Chancen, aber auch echtem Druck im Gepäck.
Zwei ÖFB-Teamspieler stehen am Donnerstag in der UEFA Europa League vor dem möglichen Einzug ins Achtelfinale. Marko Arnautovic tritt mit Roter Stern Belgrad im heimischen Stadion gegen OSC Lille an – im Rücken ein 1:0 aus dem Hinspiel. Tobias Lawal und KRC Genk befinden sich in einer noch günstigeren Ausgangslage: Nach dem 3:1-Erfolg gegen Dinamo Zagreb empfangen auch die Belgier ihren Gegner vor eigenem Publikum.
Arnautovic, der zuletzt beim 3:0 im Belgrader Derby gegen Partizan traf, könnte gegen Lille seinen dritten Treffer in dieser Europa-League-Saison erzielen. Schafft Roter Stern den Sprung unter die letzten Acht, wäre es der erste Einzug ins Achtelfinale seit vier Jahren – und der Gegner hätte es in sich. Bei der Auslosung am Freitag in Nyon sind Aston Villa und Olympique Lyon als mögliche Kontrahenten im Topf, die beiden stärksten Teams der Ligaphase.
Genk, das in der belgischen Liga noch um einen europäischen Startplatz kämpft, könnte auf den SC Freiburg oder die AS Roma treffen. Neben Lawal steht mit Nikolas Sattlberger ein zweiter Österreicher im Kader der Belgier. Einen weiteren rot-weiß-roten Beitrag liefert Florian Wiegele: Der Torhüter steht bei Viktoria Pilsen zwischen den Pfosten, das nach dem 2:2 im Hinspiel gegen Panathinaikos Athen ebenfalls zu Hause um den Aufstieg spielt.
Glasners schwierige Lage
In der Conference League ist die Lage bei Crystal Palace deutlich angespannter. Das 1:1 in Mostar war eine blasse Vorstellung, die Trainer Oliver Glasner nun im Rückspiel vor eigenem Anhang geraderücken muss. Die Entfremdung zwischen Klub und Fans sitzt tief – auch das jüngste 1:0 gegen Wolverhampton konnte die Gemüter kaum beruhigen.
Ein Ausscheiden würde die Situation weiter verschärfen, zumal Glasners Abgang am Saisonende bereits feststeht und ein vorzeitiger Abgang nach wie vor im Raum steht. Für den Tabellen-13. der Premier League wäre das Achtelfinale historisch – ein erstmaliges Erreichen dieser Runde in einem europäischen Bewerb. Glasner selbst gibt sich dennoch zuversichtlich: Trotz aller Unwägbarkeiten sei die Stimmung im Team gut. Der Sieg über die „Wolves“ habe geholfen, „die Spieler sind sehr positiv und leisten großartige Arbeit“, so Glasner.
Gleichzeitig warnt der 51-Jährige vor dem Gegner aus Bosnien-Herzegowina: „Ich habe – und wir alle haben – großen Respekt vor Zrinjski Mostar. Sie haben gezeigt, dass sie ein schwieriger Gegner sind, sehr gut organisiert. Sie spielen sehr aggressiv und sind immer bereit, schnell aufs Umschaltspiel umzustellen.“ Sollten die „Eagles“ das Weiterkommen schaffen, könnte es in der nächsten Runde zum Duell mit Mainz 05 kommen – wo mit Stefan Posch, Philipp Mwene und Nikolas Veratshnig gleich drei ÖFB-Spieler unter Vertrag stehen. Alternativ wartet der zypriotische Vertreter AEK Larnaka. Die Auslosung findet am Freitag um 14.00 Uhr in Nyon statt.