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Militärgeheimnis

Atomsicheres Monster im Berg: Pilot öffnet Tore zu Balkan-Pentagon

Atomsicheres Monster im Berg: Pilot öffnet Tore zu Balkan-Pentagon
(Foto: Printscreen/X)
3 Min. Lesezeit |

Tief im Gebirge an der bosnisch-kroatischen Grenze schlummert ein Koloss des Kalten Krieges: Der unterirdische Militärflughafen Zeljava öffnet seine geheimen Tore.

In den Tiefen des Berges Pljesivica, direkt an der bosnisch-kroatischen Grenze, verbirgt sich ein Zeugnis des Kalten Krieges, das jahrzehntelang von Geheimnissen umwoben war: der unterirdische Militärflughafen Zeljava, besser bekannt als Objekt 505. Was einst nur Eingeweihten zugänglich war, konnte nun vollständig erkundet werden – dank des legendären Piloten Danijel Borovic, der als erster mit einer MiG-21 nach Kroatien überflog, und unter Führung eines Veteranen, der ein Jahrzehnt in dieser verborgenen Welt gedient hatte.

Die imposante Anlage entstand nach schwedischem Vorbild. Sowohl Schweden als auch Finnland hatten ein ausgeklügeltes System unterirdischer Flughäfen entwickelt, um sich gegen einen möglichen sowjetischen Angriff zu wappnen. Die Dezentralisierung dieser Anlagen folgte einer klaren Logik: Bei einem Erstschlag sollte die Luftwaffe nicht vollständig ausgeschaltet werden können – eine Strategie, die seit dem Zweiten Weltkrieg zum militärischen Standardrepertoire gehörte.

Die unterirdische Bauweise bot nicht nur Schutz vor konventionellen Waffen, sondern auch teilweise vor Atomschlägen, deren Einsatz damals als realistisches Szenario galt. Bemerkenswert ist, dass die Anlage so konstruiert wurde, dass sie einem direkten Treffer durch eine 20-Kilotonnen-Atomsprengkopf standhalten konnte – was der Sprengkraft der Nagasaki-Bombe entspricht. Da Schweden außerhalb der NATO-Strukturen stand, war eine militärische Kooperation mit Jugoslawien möglich, wodurch dieses Konzept seinen Weg in den Balkan fand.

Gigantische Dimensionen

Doch Zeljava ging weit über seine schwedischen Vorbilder hinaus. Anstatt auf Dezentralisierung zu setzen, konzentrierte Jugoslawien seine Ressourcen auf diese eine gigantische Anlage. Statt einer einzelnen Staffel, wie in den schwedischen Pendants, wurde Zeljava für drei Staffeln konzipiert und konnte theoretisch bis zu 60 Kampfflugzeuge beherbergen.

Der Bau begann 1954 und wurde erst 1968 unter strengster Geheimhaltung abgeschlossen, wobei rund 90 Prozent der verwendeten Komponenten aus heimischer Produktion stammten. Das Ergebnis war beeindruckend: 3.500 Meter unterirdische Tunnel, viele davon 20 Meter breit und 8 Meter hoch.

Jede Staffel verfügte über einen eigenen Tunnel für Unterbringung und Wartung der Flugzeuge, mit Ausgängen zu drei Hauptstart- und -landebahnen sowie zwei Querbahnen, die je nach Wetterlage genutzt werden konnten. Tatsächlich umfasste die gesamte Tunnelanlage vier strategisch platzierte Ausgänge, von denen drei speziell für den Start und die Landung von Kampfflugzeugen konstruiert waren.

Die Basis verfügte über eine beeindruckende Infrastruktur mit hermetisch verschließbaren Bunkertoren, autonomer Wasser- und Stromversorgung sowie ausreichend Vorräten für bis zu 1.000 Personen, die im Ernstfall 30 Tage autark operieren konnten. Stationiert waren dort zwei Jagdstaffeln und eine Aufklärungsstaffel, die mit MiG-21-Flugzeugen ausgerüstet waren.

Dokumentierte Geschichte

Die faszinierende Besichtigung wurde für die Nachwelt im Kanal Codex Militaria festgehalten. In der Dokumentation führt Borovic persönlich durch die Anlage und gibt Einblicke in den einstigen Alltag auf der Basis.

Wo immer möglich, werden aktuelle Aufnahmen mit historischem Archivmaterial kombiniert. Gegen Ende kommt auch Ivica Ivandic zu Wort, der zweite Pilot, dem die Überführung einer MiG-21 gelang und der regelmäßig im Podcast „Prva linija“ (Erste Linie) der kroatischen Tageszeitung Jutarnji list zu Gast ist.

Die Dokumentation offenbart zahlreiche faszinierende Details – von der Konstruktion der massiven Panzertore über die Werkstätten und Treibstofflager bis hin zu den alltäglichen Herausforderungen des Pilotenlebens, einschließlich der häufigen medizinischen Beschwerden, die mit dem Flugdienst einhergingen.

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KO KOSMO-Redaktion
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