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Aus dem Alltag eines Fastenden: Hast du schon Hunger?

Nachdem man sein Umfeld über den Ramadan informiert hat, beginnt der tatsächliche Kampf mit sich selbst. Werbetafel, Zeitschriften, Facebook, Instagram – überall lauern sie, die Bilder mit Essen und kühlen Getränken. Die Sinne werden im Ramadan geschärft, denn die Geschmackknospen nehmen die Speisen viel intensiver auf. Selbst der Duft von zweitklassigen Kebab-Buden lösen Essens-Gelüste aus und lassen die letzten Tropfen Wasser im Mund zusammenlaufen. Spätestens dann besinnt man sich und erinnert sich daran, dass es nicht um das Hungern im Ramadan geht. Es ist eine Zeit des In-Sich Kehrens. Man zügelt seine Charakterschwächen und lernt auch auf das zu verzichten, worauf man eben gerade Lust hätte. Empathie, Großzügigkeit und Dankbarkeit werden aufgefrischt. Die Freude über ein kaltes Glas Wasser ist unermesslich.

Nach den ersten paar Tagen des Fastens stellt sich der Lebens-Rhythmus ein. Den Schlaf, den man in der Nacht versäumt, holt man nach der Arbeit nach. Denn die Sonne geht erst um kurz vor neun Uhr unter und man hat auch ausreichend Zeit sich zu überlegen, was man essen möchte. Problematisch wird es nur, wenn man hungrig in den Supermarkt geht. Am besten schreibt man sich eine Einkaufsliste, an die man sich strikt hält, da man als Fastender alles in den Einkaufskorb wirft.

Neben dem persönlichen Zugang zum Ramadan ist es für mich auch eine Zeit des Zusammenkommens. Oft merke ich das, wenn ich Pläne schmiede, wen ich zum Iftar einlade. Man nimmt sich bewusst Zeit für die Familie, Verwandte und Freunde. Hat man unter dem Jahr keine Zeit für Treffen, so nutzt man die Gelegenheit in diesem Monat. Zu Ramadan sollte niemand alleine zu Hause speisen. Deshalb werden viele Iftare in den Wiener Moscheen oder Kulturvereinen organisiert. Es kommt vor, dass ich an einem Tag zwei Einladungen zum Essen bekomme und mich dann entscheiden muss. Ich genieße das, denn bald holt uns der Alltag ein, denn viele der bekannten Gesichter sehe ich vermutlich erst nächsten Ramadan wieder.

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