Ohne Spuren, aber mit Beute: In Niederösterreich schlagen Diebe zu, die offenbar mit Störsendern Autos öffnen. Die Technik macht es möglich, Wertsachen lautlos zu entwenden.
In Niederösterreich häufen sich Diebstähle aus Fahrzeugen, bei denen elektronische Hilfsmittel zum Einsatz gekommen sein dürften. Die Täter erbeuteten Mobiltelefone und einen Laptop, ohne dabei Einbruchsspuren an den Fahrzeugen zu hinterlassen. Die Ermittler ziehen in Betracht, dass die Kriminellen möglicherweise Störsender verwendeten, um die Schließsysteme der Autos zu manipulieren.
Auf einem Parkplatz in Leopoldsdorf im niederösterreichischen Bezirk Bruck an der Leitha nutzte ein Dieb die kurze Abwesenheit eines Autobesitzers aus. Während der Fahrzeughalter nur für wenige Minuten zum Einkaufen gegangen war, verschaffte sich der Täter Zugang zum Wagen und entwendete das darin zurückgelassene Mobiltelefon.
Gehäufte Vorfälle
Ein vergleichbarer Vorfall wurde bereits Tage zuvor aus dem benachbarten Himberg gemeldet. Dort entwendeten Unbekannte sowohl einen Firmenlaptop als auch ein Diensthandy aus einem abgestellten Fahrzeug. Besonders auffällig: Auch in diesem Fall wies das Auto keinerlei Beschädigungen auf und war nach der Tat unversperrt – ein Phänomen, das in jüngster Zeit vermehrt im östlichen Niederösterreich beobachtet wird.
Technische Hilfsmittel
Die betroffenen Fahrzeughalter beteuern, ihre Autos ordnungsgemäß versperrt zu haben. Dies führt die Polizei zu der Annahme, dass die Täter möglicherweise mit technischen Hilfsmitteln operieren. Speziell bei Fahrzeugen mit Keyless-Go-Systemen könnten Störsender eingesetzt worden sein, die entweder das Versperren des Wagens verhindern oder das Öffnen aus der Distanz ermöglichen.
Laut Landespolizeidirektion Niederösterreich wurden zuletzt vermehrt solche Pkw-Einbrüche gemeldet, bei denen Bargeld oder Wertgegenstände aus versperrten Fahrzeugen entwendet wurden, ohne sichtbare Einbruchsspuren zu hinterlassen. Die Täter nutzen dabei Funkstreckenverlängerer oder sogenannte Jammer, um das Verschließen per Funkfernbedienung zu verhindern oder Keyless-Go-Systeme auszutricksen.
Günstige Hacking-Geräte
Beunruhigend für Autobesitzer: Die entsprechenden Geräte sind bereits ab mehreren hundert Euro erhältlich und werden auch gezielt für Fahrzeugdiebstähle eingesetzt. Ähnliche Tatmuster sind auch in Deutschland und der Schweiz bekannt, wobei die Polizei regelmäßig davor warnt, sich allein auf die Technik zu verlassen.
Die Polizei empfiehlt grundsätzlich, keine Wertgegenstände im Fahrzeug zurückzulassen – unabhängig von der Art des Schließsystems. Zusätzlich raten Experten, den Verriegelungszustand aktiv zu kontrollieren, indem man etwa an der Türklinke zieht, um sicherzugehen, dass das Fahrzeug tatsächlich versperrt ist.