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Einbruch

Brunner zu EU-Asylzahlen: Syrer erstmals seit Jahrzehnt nicht mehr Asyl-Spitzenreiter

Brunner zu EU-Asylzahlen: Syrer erstmals seit Jahrzehnt nicht mehr Asyl-Spitzenreiter
EPA-EFE/KIMMO BRANDT
3 Min. Lesezeit |

Die Asylzahlen in der EU sinken deutlich. Besonders auffällig: Nach dem Sturz des Assad-Regimes gehen die Anträge syrischer Staatsbürger um fast 70 Prozent zurück.

Die Zahl der Asylwerber in der Europäischen Union zeigt einen deutlichen Abwärtstrend, wie aktuelle Daten der EU-Kommission belegen. Im Februar 2025 wurden in der EU und den Schengen-assoziierten Staaten insgesamt 69.000 Asylanträge registriert. Diese Entwicklung bestätigt einen bereits im Jänner erkennbaren Trend, als 66.800 Anträge verzeichnet wurden. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sowie zum Dezember 2024 entspricht dies einem Rückgang von etwa 10,3 Prozent.

EU-Migrationskommissar Magnus Brunner (ÖVP) sieht in dieser Entwicklung einen direkten Zusammenhang mit geopolitischen Veränderungen: „Gerade der rückläufige Trend bei Asylanträgen von syrischen Staatsangehörigen zeigt, wie sich Entwicklungen in anderen Teilen der Welt direkt auf uns und unser Asylsystem auswirken können. Genau deshalb arbeiten wir vor allem an verstärkter Zusammenarbeit mit Partnerländern. Nur so bekommen wir die Migration bereits weit vor unseren Grenzen in den Griff und unterstützen Menschen auf der Flucht schon, bevor sie bei uns ankommen.“

⇢ Asylanträge im Sinkflug – Neuer Tiefstand liegt bei minus 33 Prozent

Syrische Anträge sinken

Die markanteste Veränderung betrifft die Asylanträge syrischer Staatsbürger. Deren monatliche Antragszahlen sind von rund 16.000 im Oktober 2024 auf lediglich 5.000 im Februar 2025 gesunken – ein dramatischer Rückgang von nahezu 70 Prozent innerhalb von nur vier Monaten. Bemerkenswert ist, dass dieser Trend nicht auf administrative Maßnahmen zurückzuführen ist: Obwohl die meisten EU+-Staaten die Bearbeitung syrischer Anträge ausgesetzt haben, werden neue Fälle weiterhin behördlich erfasst.

Der Bericht der EU-Kommission, der am Montag veröffentlicht wird, verweist auf eine historische Zäsur: „Nach dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 gingen die Anträge von syrischen Staatsangehörigen stark zurück. Damit stellen Syrerinnen und Syrer zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt nicht mehr die größte Gruppe von Asylsuchenden im Vergleich zu anderen Nationalitäten.“

In Syrien selbst zeichnet sich eine vorsichtige Stabilisierung ab. Die neu gebildete Übergangsregierung unter internationaler Aufsicht hat mit Unterstützung der EU und der Vereinten Nationen begonnen, sichere Zonen in mehreren Landesteilen zu etablieren. Diese Maßnahmen zeigen bereits Wirkung – laut UNHCR sind etwa 150.000 Syrer aus den Nachbarländern Türkei, Libanon und Jordanien in ihre Heimat zurückgekehrt.

Veränderte Zielländer

Die veränderten Migrationsströme wirken sich auch auf die Zielländer aus. Deutschland, bislang Hauptdestination für Asylsuchende in der EU+, verliert diese Position. „Da Deutschland weniger syrische Anträge erhielt, war es nicht mehr das Hauptziel für Asylsuchende in der EU+. Frankreich und Spanien erhielten beide marginal mehr Anträge.

In Deutschland selbst ist ein breiter Rückgang zu verzeichnen: Die Antragszahlen von Syrern sanken um 29 Prozent, von Afghanen um 32 Prozent und von türkischen Staatsangehörigen sogar um 60 Prozent.

Auch in Österreich zeigt sich dieser Trend deutlich: Laut Innenministerium sind im ersten Quartal 2025 die Asylanträge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 35 Prozent gesunken. Bei syrischen Staatsangehörigen ist der Rückgang besonders markant – von durchschnittlich 1.200 Anträgen pro Monat im Herbst 2024 auf nur noch etwa 400 im März 2025.

Ende Februar 2025 genossen etwa 4,5 Millionen Menschen in der EU+ vorübergehenden Schutzstatus, nachdem sie vor dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine geflohen waren.

Die Hauptaufnahmeländer sind Deutschland und Polen, während Tschechien gemessen an seiner Bevölkerungsgröße die meisten Schutzsuchenden beherbergt.

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KO KOSMO-Redaktion
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