Die Badner Bahn wird zur Baustelle: Mehrere Sperrungen stehen bevor – und eine davon hat es besonders in sich.
Pendler, die regelmäßig mit der Badner Bahn unterwegs sind, müssen sich in den kommenden Monaten auf erhebliche Beeinträchtigungen einstellen. Im Zuge umfangreicher Modernisierungsmaßnahmen sind mehrere Streckensperrungen geplant. Den größten Einschnitt stellt eine neunwöchige Teilsperre während der Sommerferien dar: Zwischen Wien-Inzersdorf und dem Karlsplatz wird in diesem Zeitraum kein Zugverkehr stattfinden – damit entfällt der Betrieb auf dem überwiegenden Teil der innerstädtischen Strecke.
Der Grund für die Terminwahl liegt auf der Hand: In den Ferien ist das Fahrgastaufkommen erfahrungsgemäß geringer. Konkret wird die Bahn vom 4. Juli bis 6. September 2026 nur zwischen Baden und der Station Inzersdorf-Lokalbahn verkehren. Für die restliche Strecke wird ein Ersatzbus zwischen Inzersdorf und der U6-Station Am Schöpfwerk eingerichtet. Für die restliche Strecke empfiehlt sich zudem die Nutzung des Angebots der Wiener Linien – von der Haltestelle Wien-Inzersdorf aus sind etwa Busverbindungen zur U-Bahnlinie U6 erreichbar.
Erste Sperre Ostern
Die erste Sperre tritt bereits in den Osterferien in Kraft: Vom 28. März bis zum 6. April ist der Abschnitt zwischen Vösendorf-Siebenhirten und Wiener Neudorf für den Bahnverkehr gesperrt; ein Schienenersatzverkehr mit Bussen wird eingerichtet. Weitere Einschränkungen sind zudem für die Herbstferien angekündigt. Der Betreiber begründet die Maßnahmen mit der langfristigen Erneuerungspflicht der Infrastruktur, die aufgrund des laufenden Betriebs stets nur schrittweise umgesetzt werden kann.
Wie die Wiener Lokalbahnen am Freitag mitteilten, umfassen die Arbeiten unter anderem den Austausch von Weichen, Gleisen und Oberleitungen. Teile der Infrastruktur zwischen dem Schedifkaplatz in Wien und dem Josefsplatz in Baden seien bereits seit mehreren Jahrzehnten in Betrieb. Erschwerend komme hinzu, dass die Beanspruchung der Anlagen in den vergangenen Jahren durch dichtere Intervallfolgen und den verstärkten Einsatz von Doppelgarnituren deutlich zugenommen habe.
Schaller-Gallers Appell
„Die Streckenerneuerung kann mit Rücksicht auf den Betrieb der Badner Bahn immer nur in Etappen erfolgen. Uns ist bewusst, dass jede Baustelle Einschränkungen für die Fahrgäste bedeutet. Instandhaltung und Erneuerung sind aber wie bei jeder Bahnstrecke, bei jeder Autobahn oder jeder anderen Art von Infrastruktur laufend notwendig“, ersuchte Lokalbahnen-Geschäftsführerin Simone Schaller-Galler um Verständnis.