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Bewusstseinskampagne

Host kan Genierer?“ – neue Benimm-Offensive in Wien

Host kan Genierer?“ – neue Benimm-Offensive in Wien
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Lautsprecher-Telefonate, Essensgerüche, dröhnende Musik – Wiens Öffis kämpfen mit einem neuen Mittel gegen rücksichtslose Fahrgäste.

Die Wiener Linien lancieren unter dem Wiener Dialektmotto „Host kan Genierer?“ eine neue Bewusstseinskampagne für mehr gegenseitige Rücksicht im öffentlichen Nahverkehr. Im Fokus stehen störende Verhaltensweisen wie das Telefonieren über Lautsprecher, das Abspielen von Musik ohne Kopfhörer sowie das Essen in Bussen und Bahnen. Mit einem humorvollen Ansatz soll bei den Fahrgästen ein Gespür dafür geweckt werden, dass solches Verhalten andere beeinträchtigt.

Öffi-Stadträtin Ulli Sima betonte am Donnerstag bei der Kampagnenpräsentation, dass vor allem ein „Unrechtsbewusstsein“ entstehen solle – und kündigte zugleich verstärkte Kontrollen an. „Wo täglich Millionen Menschen aufeinandertreffen, braucht es klare Spielregeln und gegenseitige Rücksichtnahme. Niemanden interessieren lautstarke Debatten über Beziehungsprobleme anderer Mitfahrender – genauso wenig wie die Einkaufsliste, das Abendmenü oder die Wochenendplanung“, betonte Sima. Täglich nutzen mehr als 2,4 Millionen Menschen das Netz der Wiener Linien – ein Umstand, der nach Ansicht der Mobilitätsstadträtin verbindliche Verhaltensregeln unabdingbar macht.

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Plakate & Kampagne

Die Plakatmotive zeigen Fahrgäste mit überdimensionierten Mobiltelefonen, Hunden ohne Maulkorb, Leberkäsesemmeln oder sperrigen Rucksäcken – allesamt Szenarien, die andere Mitreisende belasten. Der dazugehörige Slogan lautet: „Für dich egal, für andere eine riesige Qual.“ Ab dem 9. März werden die Motive im Stadtgebiet Wien zu sehen sein, ergänzend dazu sind Durchsagen in den Fahrzeugen geplant, die auf unerwünschtes Verhalten aufmerksam machen sollen.

Ein weiteres Element der Kampagne ist der Song „Ka Genierer“ – eine neu arrangierte Fassung des Georg-Danzer-Klassikers „I bin a Kniera“. „Wir wollen das Bewusstsein dafür stärken, dass jede und jeder Verantwortung für ein respektvolles Miteinander trägt – damit sich in Wiens Öffis alle wohlfühlen“, betonte Sima.

„Rücksichtnahme ist kein Luxus, sondern die Basis für ein funktionierendes Miteinander“, unterstrich auch Monika Unterholzner, stellvertretende Generaldirektorin der Wiener Stadtwerke. „Die Kampagne zeigt mit einem Augenzwinkern, wie kleine Gesten Großes bewirken können.“

Klare Spielregeln

Grundsätzlich herrsche in der Gesellschaft ein breiter Konsens darüber, welches Verhalten in öffentlichen Verkehrsmitteln angemessen sei. Wer gegen die Hausordnung der Wiener Linien verstößt, wird zunächst verwarnt. In weiterer Folge können Strafen von bis zu 50 Euro ausgesprochen werden.

Neben den persönlichen Erfahrungen vieler Fahrgäste liefert auch eine von den Wiener Linien in Auftrag gegebene Umfrage mit rund 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Alter zwischen 16 und 75 Jahren eine klare Grundlage für die Kampagne. Die Erhebung offenbart eine auffällige Diskrepanz in der Selbstwahrnehmung: Lediglich neun Prozent der Befragten gaben an, in den Öffis jemals über Lautsprecher telefoniert oder Videos ohne Kopfhörer konsumiert zu haben. Gleichzeitig fühlen sich 86 Prozent durch genau dieses Verhalten gestört, 92 Prozent sprechen sich dafür aus, dass lautes Telefonieren und das Abspielen von Videos ohne Kopfhörer unterbleiben sollte.

Ähnlich wie bei der Einführung des Essensverbots in der Wiener U-Bahn im Jahr 2019 setzt die neue Initiative zunächst auf Aufklärung und Sensibilisierung statt auf unmittelbare Sanktionen. „Unsere Regeln sind klar und gelten für alle. Die meisten Fahrgäste halten sich daran. Mit dieser Kampagne wollen wir jene erreichen, die das nicht tun und sich der Wirkung ihres Verhaltens oft auch nicht bewusst sind“, erklärte Alexandra Reinagl, Geschäftsführerin der Wiener Linien.

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KO KOSMO-Redaktion
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