Start NEWS PANORAMA Bajram in der Ferne: Die Straßen Wiens duften nach Baklava
FROHES FEST

Bajram in der Ferne: Die Straßen Wiens duften nach Baklava

Das Bajram-Fest wird meistens mit der Familie gefeiert. (Foto: iStock)

Die Urlaubszeit ist für die meisten vorbei und der Alltag holt uns viel zu schnell wieder ein. Kaum aus der alten Heimat zurück, steht eines der größten Feste für Muslime vor der Tür. Auch in Wien wird heute Bajram gefeiert.

Für mehr als eine Milliarde Muslime weltweit beginnt heute das Opferfest. Eid al-Adha ist das höchste islamische Fest, dass vier Tage lang gefeiert wird. Der Termin richtet sich nach dem islamischen Mondkalender und variiert jedes Jahr. Das Fest während der Wallfahrt nach Mekka (Hadsch) geht auf die Geschichte, in der Gott Ibrahim befiehlt, seinen Sohn zu opfern, zurück.

Nach islamischer Tradition handelte es sich bei diesem Sohn um Ismail, nicht um Isaak wie in der Bibel. Gott erwies seine Barmherzigkeit gegenüber Ibrahimund forderte diesen statt des Sohnes ein Schaf zu schlachten. Die Geschichte gilt als Ausdruck des Gottvertrauens Ibrahims. Er nimmt als Glaubensvater der drei Weltreligionen Christentum, Judentum und Islam eine wichtige Rolle ein.

Muslime schlachten zu Eid al-Adha auch ein Opfertier, zu meist ein Schaf. Ein Teil des Fleisches wird an Bedürftige verteilt. Meistens zahlt man bei Hilfsorganisationen ein, die sich dann um Abwicklung kümmern.

Bajram wird auch in Wien gefeiert
Am ersten Tag des Fests versammeln sich die Gläubigen in den Moscheen, wo das „Bajram“-Gebet abgehalten wird. Wenn man heute in der Früh mit der U-Bahn zur Arbeit gefahren ist, ist man bestimmt einigen festlich angezogenen Fahrgästen, begegnet, die zum morgendlichen Festgebet gefahren sind. Nach dem Gebet trifft man sich mit Freunden auf Kaffee und Kuchen oder zelebriert zu Hause das Fest.

Unabhängig davon ob man den Glauben praktiziert oder nicht, wirft man sich zur Feier des Tages in Schale, besucht Verwandte oder empfängt Gäste. Baklava, Sarma oder Burek dürfen an einem traditionellen „Bajram“-Tisch nicht fehlen. Da Bajram enggebunden an Familie und das Beisammensein ist, fällt es vielen Muslimen schwer in Österreich in den Genuss des Festes zu kommen. Denn der Großteil der Verwandtschaft lebt in der Heimat. Wen soll man dann besuchen? Fällt Bajram an einem Arbeitstag, muss man das Fest wohl auf den Nachmittag bzw. Abend verschieben. So ist man gezwungen sich seine eigenen Traditionen und Festlichkeiten einfallen zu lassen, um dem „Bajram Blues“ zu entkommen.

In Bosnien-Herzegowina gehen beispielsweise Kinder von Haus zu Haus und gratulieren den Nachbarn zum Fest. Als Dank erhalten sie entweder Geld oder Süßes. „Bajramluk“ wird von den Erwachsenen Kinder verteilt, als kleine Aufmerksamkeit. Am Ende des Tages wird das gesammelte Geld gezählt. Es sind meistens diese kleinen Gesten die sich in Wien etwas schwer umsetzen lassen. Was sich einrichten lässt, sind jedoch die Köstlichkeiten, die in den türkischen Bäckereien angeboten werden. Der Trend ist auch in den Ersten Bezirk, im Meinl am Graben, übergeschwappt. Hier erhält man ebenso schmackhafte Baklava, um ein Euro pro Stück. Somit kann man sich wenigstens mit Zucker den Tag versüßen.

Bajram serif mubarek olsun!

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