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UKRAINE-KRIEG

Balkan wieder im Krieg: Söldner in der Ukraine

(FOTO: EPA-EFE/ ALESSANDRO GUERRA)

Am 17. Juni veröffentlichte das russische Verteidigungsministerium Daten über die Zahl ausländischer Söldner in der Ukraine.

Laut der veröffentlichten Liste kamen 204 Freiwillige aus Kroatien, das insgesamt auf dem vierten Platz liegt. Auf Kroatien folgt Bosnien und Herzegowina mit 167 Freiwilligen auf dem siebten Platz. 156 Freiwillige stammen aus dem Kosovo, 150 aus Albanien und 79 Kämpfer aus Nordmazedonien, und ganz unten auf der Liste steht Montenegro mit zwei freiwilligen Kämpfern. Serbiens Daten sind nicht veröffentlicht.

(FOTO: Screenshot/mil.ru)

Das kroatische Außenministerium sowie das Ministerium für Sicherheit in Bosnien und Herzegowina haben zu den Listen Stellung genommen. Beide Länder hätten keine Informationen über freiwillige Kämpfer in der Ukraine.

(FOTO: mil.ru)

Von Kroatien und Bosnien-Herzegowina dementiert

Das Ministerium für Sicherheit von Bosnien und Herzegowina sowie die Sicherheitsbehörden haben Informationen über die Abreise von zwei Bürgern aus BiH auf das Schlachtfeld in der Ukraine (einer auf der Seite der Ukraine, und der andere auf der Seite Russlands), daher sind die Daten über die Abreise und die getöteten Bürger von Bosnien und Herzegowina völlig falsch„, so das bosnisch-herzegowinische Ministerium.

Kroatien bestreitet Zahlen ebenfalls.

Dem Außenministerium sind diese Informationen nicht bekannt„, heißt es in der Erklärung von kroatischer Seite. Außerdem forderte das kroatische Verteidigungsministerium dringend auf, keine unzuverlässigen Informationen sensibler Natur zu verbreiten.

204 kroatische Freiwillige sind viel im Vergleich zu staatsinternen Belangen, die das Volk selbst betreffen. Denn bei Demonstrationen oder Kundgebungen zugunsten von etwa Gehaltserhöhungen, scheint es unmöglich zu sein, so eine Anzahl an Unterstützen auf den Ban-Jelacic-Platz zu versammeln. Dasselbe gilt für Bosnien und Herzegowina.

Russen registrieren alles

Wir sehen zunehmend die Ankunft von Söldnern aus Drittstaaten, insbesondere Albanien und Kroatien, Kosovo-Kämpfer und sogar Dschihadisten mit Kampferfahrung aus Syrien„, sagte der Kreml am Freitag, nachdem der russische Präsident Wladimir Putin mit Bundeskanzler Olaf Scholz telefoniert hatte.

Darüber hinaus sind in unseren Datenbanken nicht nur die Söldner erfasst, die als Teil der ukrainischen Einheiten direkt an Kampfhandlungen beteiligt sind. Wir berücksichtigen auch die Ausbildner, die gekommen sind, um die an die Ukraine gelieferten westlichen Waffen auszubilden, zu bedienen und zu reparieren„, heißt es auf der Webseite.

Warum kämpft der Balkan in der Ukraine?

Die Balkanstaaten sind voll von ihren inländischen Krisen, da stellt sich die Frage, warum Menschen alles in ihrer Heimat verlassen und für einen fremden Staat in den Krieg ziehen. Ist es wegen der Solidarität oder wegen einer Art Belohnung?