Ein Traditionsunternehmen aus Oberösterreich kämpft ums Überleben – mit 36 Jobs und Millionenschulden auf dem Spiel.
Am Landesgericht Ried im Innkreis wurde über das Vermögen der Baumann Erdbewegung GmbH ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Von der Insolvenz betroffen sind 36 Beschäftigte sowie mehr als 200 Gläubiger. Den Verbindlichkeiten von rund 2,6 Millionen Euro steht ein Aktivvermögen von etwa 824.000 Euro gegenüber.
Der Betrieb soll trotz des laufenden Verfahrens aufrechterhalten werden. Den Gläubigern wird ein Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent vorgelegt, die binnen zwei Jahren beglichen werden soll.
Gründe der Insolvenz
Die finanzielle Situation des Unternehmens hatte sich zuletzt spürbar zugespitzt. Als Ursachen werden die anhaltend angespannte Lage in der Baubranche, gestiegene Kosten für Treibstoff und Material, höhere Zinsbelastungen sowie eine nachlassende Zahlungsmoral auf Auftraggeberseite angeführt.
Die Bauwirtschaft in Österreich verzeichnete in den ersten acht Monaten 2024 einen Anstieg der Insolvenzen im Hochbau um 32 Prozent auf 234 Pleiten – gegenüber 2019 mehr als eine Verdoppelung.
Nächste Schritte
Als Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Mag. Robert Tremel eingesetzt. Gläubiger haben bis zum 15. Juli 2026 die Möglichkeit, ihre Forderungen anzumelden. Die Prüfungstagsatzung findet am 29. Juli 2026 statt, die Abstimmung über den Sanierungsplan ist für den 9. September 2026 vorgesehen.
Das in St. Georgen bei Obernberg am Inn (Oberösterreich) ansässige Unternehmen ist seit dem Jahr 2002 im Bereich Erdbewegung tätig.