Fünf Scheinfirmen, gefälschte Rechnungen und ein Millionenschaden: In Oberbayern fliegt ein ausgeklügeltes System auf, mit dem Bauunternehmer jahrelang Schwarzarbeit verschleierten.
Millionenschaden durch Schwarzarbeit
Das Landgericht München hat harte Strafen gegen die Drahtzieher eines ausgeklügelten Schwarzarbeitssystems verhängt. Vier Haupttäter müssen für einen Betrug büßen, der Sozialkassen und Steuerbehörden rund neun Millionen Euro kostete.
Im Zentrum des kriminellen Netzwerks stand ein 67-jähriger Unternehmer aus Bosnien und Herzegowina. Über fast ein Jahrzehnt hinweg hatte er fünf verschiedene Baufirmen gegründet, die nach einem perfiden System operierten: Die Arbeiter erhielten offiziell nur für die Hälfte ihrer tatsächlich geleisteten Stunden eine reguläre Abrechnung. Der Rest floss schwarz in bar.
Ausgeklügeltes Betrugssystem
Um sein Betrugssystem zu verschleiern, griff der Haupttäter zu verschiedenen Tricks. Er ließ Firmen gezielt in die Insolvenz schlittern und gründete anschließend neue Unternehmen unter anderen Namen. Die Geschäftsführung überließ er Strohmännern, während er selbst die Fäden im Hintergrund zog.
Besonders raffiniert: Von einem Berliner Fälscher erwarb er fingierte Rechnungen nicht existierender Subunternehmer, um die enormen Bargeldflüsse buchhalterisch zu kaschieren.
Gerichtliche Konsequenzen
Das Gericht fällte nun mehrere Urteile, von denen drei bereits rechtskräftig sind. Den Hauptverantwortlichen traf mit fünf Jahren Haft die härteste Strafe. Ein 75-jähriger Kroate, der als Scheindirektor fungierte, muss für ein Jahr und zehn Monate ins Gefängnis und zusätzlich eine Geldstrafe zahlen.
Ein weiterer Strohmann, ein 29-jähriger Bosnier, erhielt zwei Jahre Haft plus eine empfindliche Geldbuße. Der Berliner Fälscher, der bei der Geldwäsche half, wurde zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.
Dieses Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.