Falsche Polizisten, erfundene Unfälle, echte Verluste – in Vorarlberg schlägt eine perfide Betrugsmasche gerade besonders hart zu.
In Vorarlberg häufen sich derzeit Meldungen über betrügerische Telefonanrufe, bei denen sich Unbekannte als Polizisten, Gerichtsbedienstete oder Staatsanwälte ausgeben und gezielt Geld erpressen.
Perfide Betrugsmasche
Die Masche folgt einem klaren Muster: Die Anrufer behaupten, ein Angehöriger oder Bekannter des Opfers habe einen schweren Unfall verursacht und befinde sich in Haft. Für die angebliche Freilassung sei umgehend eine Kaution zu entrichten.
Durch diesen gezielt erzeugten Schockmoment versuchen die Täter, Informationen über vorhandenes Bargeld, Schmuck und andere Wertgegenstände zu erlangen – um diese anschließend durch vermeintliche Gerichtsdiener direkt an der Haustür der Opfer abholen zu lassen. Die Landespolizeidirektion Vorarlberg hat zu dieser Betrugsmasche eine dringende Warnung an die Bevölkerung herausgegeben.
Die Dimension des Problems ist erheblich: Laut österreichischem Sicherheitsbericht und Bundeskriminalamt verursachten Betrugsdelikte nach dem Muster „falsche Polizisten“ im Jahr 2023 bundesweit einen Schaden von rund 19,8 bis 20 Millionen Euro. Nach Angaben des Bundeskriminalamts wurde die durch falsche Polizisten verursachte Schadenssumme in Österreich im Jahr 2024 vorläufig auf etwa sieben Millionen Euro reduziert, nachdem sie 2023 noch bei rund 20 Millionen Euro gelegen hatte.
Polizeiliche Empfehlungen
Wer einen solchen Anruf erhält, sollte das Gespräch rasch beenden und keinerlei Angaben zu Bargeld oder Wertgegenständen machen. Stattdessen empfiehlt es sich, die Anrufer nach ihrer Dienststelle und einer Rückrufnummer zu fragen oder Verwandte zu kontaktieren, um die geschilderte Situation zu überprüfen.
Verdächtige Anrufe dieser Art sollten umgehend bei der örtlichen Polizeidienststelle unter der Notrufnummer 133 gemeldet werden, damit die Behörden schnell reagieren und weitere Betroffene warnen können.