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Bildungskrise

Bildungs-Schock: Zahl der Wiener Sitzenbleiber explodiert

Bildungs-Schock: Zahl der Wiener Sitzenbleiber explodiert
(istockphoto: klasse)
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Dramatischer Anstieg bei Wiener Sitzenbleibern: In nur vier Jahren hat sich die Zahl der Klassenwiederholungen in Volksschulen und Mittelschulen mehr als verdoppelt.

Die Zahl der Wiener Schüler, die eine Klasse wiederholen müssen, hat sich in den vergangenen Jahren drastisch erhöht. Wie aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung hervorgeht, stieg die Anzahl der Klassenwiederholungen in Volksschulen von 2.746 im Schuljahr 2020/21 auf 5.443 im aktuellen Schuljahr 2024/25. Noch gravierender entwickelte sich die Situation in den Mittelschulen der Sekundarstufe I, wo sich die Zahl der nicht versetzten Schüler im gleichen Zeitraum mehr als verdoppelte – von 1.707 auf 3.982. Besonders auffällig: An öffentlichen Volksschulen nahm die Zahl der Sitzenbleiber um 70 Prozent zu, während der Anstieg an Mittelschulen sogar 112 Prozent betrug.

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ÖVP-Kritik

Die Wiener ÖVP nimmt diese Entwicklung zum Anlass für fundamentale Kritik an der Stadtregierung. Der Wiener ÖVP-Klubobmann Harald Zierfuss spricht von einem „Bildungsversagen“ und richtet seine Vorwürfe insbesondere an den Koalitionspartner Neos. „Egal, welche Kennzahl man im Wiener Bildungssystem betrachtet: Nach fünf Jahren rot-pinker Verantwortung hat sich keine verbessert – im Gegenteil, alle sind massiv schlechter geworden“, kritisiert Zierfuss.

Der Oppositionspolitiker bemängelt vor allem das Fehlen einer klaren bildungspolitischen Strategie: „Es braucht endlich wieder den Blick nach vorne in dieser Stadt. Stattdessen werden von Rot-Pink Probleme ignoriert und Lösungsansätze abgelehnt.“

Anhaltende Probleme

Die aktuellen Zahlen zu den Klassenwiederholungen reihen sich in eine Serie von Negativschlagzeilen über das Wiener Schulsystem ein. Bereits zuvor hatten Berichte über erhebliche Deutschdefizite und eine zunehmende Anzahl von Schulverweigerern für Diskussionen gesorgt.

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Die Opposition sieht sich durch die neuen Daten in ihrer kritischen Haltung gegenüber der Bildungspolitik der Stadtregierung bestätigt.