Vom Filialleiter zum Unternehmer: Billa setzt auf selbständige Kaufleute und erntet überdurchschnittliche Umsätze. Das Konzept verbindet unternehmerische Freiheit mit Sicherheit.
Billas Kaufleute-Modell entwickelt sich zum Erfolgsschlager. Nach dreijähriger Laufzeit zeigt das Konzept beeindruckende Ergebnisse: 36 eigenständige Unternehmer führen inzwischen ihre Billa- oder Billa-Plus-Filialen – mit überdurchschnittlichem Erfolg. Das Erfolgsrezept erklärt Billa-Vorstand Brian Beck: „Wir geben unseren Kaufleuten viele Freiheiten, aber mit einem zuverlässigen Sicherheitsnetz.“ Die Zahlen bestätigen diese Strategie: Die selbständig geführten Märkte erwirtschaften rund zwei Prozent mehr Umsatz als herkömmliche Filialen. Der Grund liegt auf der Hand: Lokale Inhaber verstehen die Bedürfnisse ihrer Kundschaft aus der unmittelbaren Umgebung deutlich besser.
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Unter den bald 40 selbständigen Marktbetreibern – 32 Männer und acht Frauen – finden sich echte Wegbereiter. Fabian Auttrit, ehemals im Rewe-Konzern tätig, machte als erster den Schritt zum eigenständigen Billa-Kaufmann in Kirchberg am Wagram in Niederösterreich. Emanuel Rauter wiederum schrieb Geschichte als erster Kärntner Billa-Kaufmann mit seinem Markt in Villach.
Individuelle Akzente
Die inhabergeführten Geschäfte zeichnen sich durch individuelle Akzente aus. Jeder Marktleiter soll seinem Geschäft eine persönliche Note verleihen: In Gloggnitz setzt Billa Miskovic auf innovative Putz- und Service-Roboter. Kurt Akalin in Winzendorf verwendet eine spezielle Trockennebelanlage, die Obst und Gemüse länger frisch hält. Der Billa Aydin in Wien-Donaustadt punktet mit einem umfangreichen Angebot an glutenfreien, zuckerfreien und regionalen Produkten. Gemeinsam ist allen Betreibern die enge Zusammenarbeit mit lokalen Landwirten und Produzenten – Regionalität steht im Mittelpunkt.
Expansion geplant
Bis Ende 2026 plant Billa eine deutliche Ausweitung des Programms. Fast 30 weitere Kaufleute sollen hinzukommen, wodurch österreichweit 65 selbständige Marktbetreiber erreicht werden. Allein diese Woche starten drei neue Unternehmer, darunter Senad Omanovic, der den Billa Plus in Wien-Hernals in der Geblergasse übernimmt. Die Expansion geht mit wichtigen Neuerungen einher: 2026 dehnt Billa das Modell nach Westen aus – erste eigenständige Kaufleute werden dann in Salzburg und Tirol starten. Zudem öffnet sich das Programm erstmals für externe Bewerber, die nicht zwingend Vorerfahrung bei Billa oder Rewe mitbringen müssen. Beck betont die Erfolgsfaktoren: „Unsere Kaufleute haben im Schnitt über zehn Jahre Führungserfahrung und wohnen nur 15 km vom Markt entfernt. Das schafft echtes Vertrauen.“
Ab 2026 wird dieses Erfolgsmodell für ganz Österreich zugänglich sein.