Millionen Rentner in Serbien erwarten bald eine Sonderzahlung – doch zwischen Ankündigung und Auszahlung steht noch eine entscheidende Hürde.
Mehr als 1,6 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Serbien stehen vor dem Erhalt einer einmaligen staatlichen Zahlung, deren Höhe sich an der individuellen Pensionshöhe orientiert. Wie der Direktor des serbischen Pensionsversicherungsfonds PIO, Relja Ognjenovic, bestätigte, soll die Überweisung spätestens bis zum 15. September 2026 auf den Konten der Berechtigten eingehen. Damit rückt der Auszahlungstermin erheblich näher als noch Ende Juni kommuniziert worden war, als Ende September oder Anfang Oktober als Zeitrahmen genannt wurde. Ognjenovic schloss sogar eine Auszahlung bereits bis zum 10. September nicht aus.
Die Höhe der einmaligen Unterstützung richtet sich nach dem jeweiligen Rentenbetrag und ist in drei Stufen gegliedert: Pensionistinnen und Pensionisten mit einer monatlichen Rente von maximal 31.092 Dinar erhalten 35.000 Dinar – betroffen sind davon rund 459.000 Personen, darunter viele ehemalige Landwirte sowie Bezieherinnen und Bezieher besonders niedriger Renten. Liegt die monatliche Pension zwischen 31.092 und 56.851 Dinar, ist eine Einmalzahlung von 27.500 Dinar vorgesehen; dieser Gruppe gehören nach bisherigen Angaben etwa 548.000 Menschen an. Wer eine Rente von mehr als 56.851 Dinar bezieht, soll 20.000 Dinar erhalten. Insgesamt erfasst die Maßnahme alle rund 1,66 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Serbien.
Auszahlung & Abwicklung
Die Überweisung soll über die beim PIO-Fonds bereits hinterlegten Kontodaten abgewickelt werden. Da reguläre Rentenzahlungen üblicherweise zwischen dem 6. und 12. eines Monats erfolgen, ist davon auszugehen, dass die Einmalzahlung gemeinsam mit der September-Rente eingeht. Auf dem Zahlungsbeleg soll klar ersichtlich sein, welcher Betrag auf die reguläre Pension und welcher auf die staatliche Sonderzahlung entfällt.
Allerdings ist die Auszahlung noch an rechtliche Voraussetzungen geknüpft. Der PIO-Direktor verwies darauf, dass die erforderlichen Gesetzesänderungen derzeit intensiv vorbereitet werden. Erst nach deren Beschluss kann die Zahlung formal in die Wege geleitet werden.
Gesundheit & Warnungen
Über die finanzielle Leistung hinaus plant der PIO-Fonds eine Ausweitung der Vergünstigungen im Gesundheitsbereich. Künftig sollen mehr private Arztpraxen, Kliniken und medizinische Labore in das System der Pensionistenkarte eingebunden werden. Davon sollen insbesondere ältere Menschen in kleineren Städten und ländlichen Regionen Serbiens profitieren, wo der Zugang zu Fachärzten und spezifischen Untersuchungen häufig eingeschränkt ist. Welche Einrichtungen konkret teilnehmen und welche Rabatte gewährt werden, wurde bislang noch nicht vollständig bekanntgegeben.
Gleichzeitig warnt der Pensionsversicherungsfonds vor unseriösen Angeboten: Unternehmen und Einzelpersonen, die älteren Menschen vermeintliche Sonderkonditionen, Kredite oder Ratenkäufe im Namen des PIO-Fonds unterbreiten, seien nicht autorisiert. Als verlässlich gelten ausschließlich jene Vergünstigungen, die über die offizielle Pensionistenkarte bei vertraglich gebundenen Partnerunternehmen des Fonds angeboten werden – es handle sich dabei um tatsächliche Preisnachlässe, nicht um Finanzierungsmodelle oder Kreditangebote.
Für das gesamte Auszahlungsprogramm sind nach bisherigen Planungen rund 377 Millionen Euro vorgesehen. Das staatliche Gesamtpaket schließt darüber hinaus Unterstützungsleistungen für einkommensschwache Familien, Bezieherinnen und Bezieher von Kinder- und Sozialleistungen sowie Kriegsveteranen ein. Politisch ist die Maßnahme jedoch nicht unbestritten: Wirtschaftsexperten weisen darauf hin, dass Serbien gegenüber dem Internationalen Währungsfonds zuvor signalisiert hatte, auf außerordentliche Rentenzahlungen zu verzichten.
Der IWF erklärte, das Paket im Rahmen der bestehenden Vereinbarungen mit Serbien einer Prüfung zu unterziehen.